Ablehnung Waffenschein wegen fehlendem Bedürfnis

      Es sollte wenigstens drin stehen auf welche Rechtsgrundlagen sich die Beurteilung bezieht und zwar in Bezug auf den Prüfungsausschuss und deren Geeignetheit. Auch welche Auflagen der Vorsitzende des Ausschusses zu erfüllen hat.

      Wachleiter schrieb:

      Es sollte wenigstens drin stehen auf welche Rechtsgrundlagen sich die Beurteilung bezieht und zwar in Bezug auf den Prüfungsausschuss und deren Geeignetheit.


      Ich mag' mich täuschen, aber steht das nicht in der Begründung zu den inhaltlichen Beschränkungen und Nebenbestimmungen sogar recht detailliert drin?

      Zumal die Rechtsgrundlagen und die dort formulierten Anforderungen wie weiter oben bereits erörtert nunmal sehr spärlich sind.

      Wachleiter schrieb:

      Auch welche Auflagen der Vorsitzende des Ausschusses zu erfüllen hat.


      An was für Auflagen denkst Du denn da im Einzelnen? Was willst Du denn da sehen/lesen?

      Der Lehrgang ist wie im Antrag dargelegt durchzuführen, sofern keine Änderungen, Beschränkungen oder Nebenbestimmungen etwas anderes verlangen.
      Die Inhalte der theoretischen Prüfung sind zwingend durch den Fragenkatalog des BVA vorgegeben, der Aufbau der Prüfung selber ist wiederum Teil des Antrags. Umfang und Inhalt der praktischen Prüfung dito, wobei es hier nichtmal gesetzliche Vorgaben gibt. Das hier hochgeladene Dokument ist der positive Bescheid über die beantragte staatliche Anerkennung auf Basis des Antrages und der mit diesem zusammen abgegebenen weiterführenden Unterlagen. Da muss aber nicht noch einmal alles haarklein wiederholt werden, diese Informationen finden sich im Vorgang.

      Wer soll denn aus den von Dir geforderten weiteren Informationen für eine Erkenntnis gewinnen?

      Und last not least: Warum ziehst Du Dich denn so am Prüfungsausschuss hoch? IMHO sind die Lehrkräfte bzw. ihre Qualifikation und ihre Fähigkeit, Inhalte zu übermitteln und die Konzeptionierung des Lehrgangs selber viel wichtiger als die Prüfung am Ende. Die kann man - teils bedingt durch die "Standardisierung" durch den Fragenkatalog - mit dumpfem Auswendiglernen bestehen, Verstehen kann man nur, wenn die verfügbare Unterrichtszeit gut genutzt und die Inhalte gut vermittelt werden.
      Beim Wertransport haben die Wachleute nicht die Pistole zum Schießen, sondern weil es die Versicherung so wünscht, damit eine stärkete Überprüfung der eingesetzten Personen durch das Ordnungsamt stattfindet, hier kommt auch das Thema Schulden mit ins Spiel,und ob man da mit Zahlungen Probleme hatte. Ich kenne keinen Unternehmer der Schußwaffengebrauch von seinen Mitarbeitern erwartet. Die haben mir durch die Bank gesagt, nicht selber gefährden, das Zeug ist eh versichert.
      Wäre mir neu das durch das Ordnungsamt eine Bonitätsabfrage oder ein Zahlungsindex abgefragt würde... da es diese Indizes nur privatwirtschaftlich erfasst und analysiert werden (-> Schufa, D&B, Creditreform, Bürgel etc). Es gibt Behörden die bei diesen Unternehmen Kunde sind... aber aus anderen Gründen.

      Franzsec schrieb:

      Beim Wertransport haben die Wachleute nicht die Pistole zum Schießen, sondern weil es die Versicherung so wünscht, damit eine stärkete Überprüfung der eingesetzten Personen durch das Ordnungsamt stattfindet.


      Und damit sind sämtlichen Sicherheitsunternehmen, die das so handhaben die waffenrechtlichen Erlaubnisse zu entziehen, da keine waffenrechtlich begründbare Erforderlichkeit des Tragens von Schusswaffen gegeben ist. Was die Versicherung wünscht, ist nicht relevant. Geeignet ist die Schusswaffe ja sowieso nicht, um die Gefährdung bei einem realitätsgerechten Überraschungsangriff durch eine erfolgreiche Abwehr zu mindern, wie wir vom Gericht erfahren haben.

      Das macht die Sache doch übersichtlich und einfach.

      Der Unternehmer hat auch keinen Schusswaffengebrauch von seinen Mitarbeitern zu erwarten.
      Er hat ihnen aber (neben grösstmöglichem organisatorischem und technischem Schutz) eine wirksame Selbstverteidigung zu ermöglichen, wenn er sie für seine wirtschaftlichen Interessen in eine erhöhte Gefahr bringt.
      Ob die Mitarbeiter dann einen ausreichenden Verteidigungswillen besitzen, ist ja wiederum ihre Entscheidung. Aber sie sollten wenigstens die Möglichkeit haben, sich mit Erfolg wehren zu können.

      Franzsec schrieb:


      Ich kenne keinen Unternehmer der Schußwaffengebrauch von seinen Mitarbeitern erwartet. Die haben mir durch die Bank gesagt, nicht selber gefährden, das Zeug ist eh versichert.


      Ob ich in der Lage bin "mich nicht selber zu gefährden", entscheidet im dümmsten Fall der Angreifer durch Art und Ausführung seines Angriffs. Da muss, abhängig von der Situation, nicht immer ein Dialog, eine Aufgabe oder Flucht möglich sein.

      Wer sich mit der Situation ein bisschen beschäftigt, wird merken, dass er die Waffe nicht zum Schutz von Bargeld oder anderen Wertgegenständen führt, sondern ausschliesslich um Sich und evtl. Dritte vor Angriffen zu schützen.
      Zu den Ausführungen der Vorschläge und Rahmenbedingungen:

      " Und ja, mir ist durchaus bewusst, dass all das Beschriebene eine Stange Geld kostet und entsprechende Dienstleistungen merklich verteuern würde. Da diese Standards aber für alle gelten, würde einzelnen Sicherheitsfirmen daraus kein Nachteil entstehen, da bewaffnete Sicherheitsdienstleistungen damit querschnittlich teurer würden (und so vermutlich auch seltener in Anspruch genommen würden -> insofern wäre sogar das Ziel der hoplophoben Judikative und Politniks erreicht). "

      Das ist richtig und würde bewaffnete Dienste deutlich verteuern. Das ist wie beim gesetzlichen Mindestlohn, wenn ich den Mindeststandard für alle erhöhe (in dem Fall für alle die bewaffnete Sicherheitsdienstleistungen anbieten) haben alle die gleiche Grundlage für ihre Preiskalkulation. Und der Nachfrager bzw. Kunde kann die Angebote vergleichen und prüfen (lassen).
      Hallöchen,

      da muss ich mich auch mal melden. Ich verstehe nun irgendwie nicht so ganz warum denn in vielen Bereichen bzw. Firmen vor allem im
      Objektschutz keine Waffen von den Sicherheitskräften getragen werden dürfen. Also bei uns im Großraum Stuttgart ist das jedenfalls so.
      Ein Bekannter der im Werkschutz arbeitet wurde bereits zwei mal auf seiner nächtlichen Runde Angegriffen. Einmal sogar mit einem Messer schwer an der Brust verletzt worden. Hier sah es die Firma auch nicht ein, den Sicherheitskräften Waffen zur Selbstverteidigung, egal nun welcher Art, zu zugestehen. Man hätte ja schließlich den Alarmknopf. Nur das es bei der Größe des Geländes und der geringen Anzahl der Mitarbeiter, gar nicht möglich ist rechzeitig zu Hilfe zu kommen. Irgendwie finde ich das schon Mutwillig wie manche Firmen handeln.
      Nur ein kurzer Gedanke dazu:

      Nur das Dabeihaben einer Waffe schützt niemanden. Das erfordert - neben einem ausreichend ausgeprägten Mindset, sich auch verteidigen zu wollen - ein nicht unerhebliches Maß an Ausbildung und Praxis.

      Die wenigsten Waffenträger erfüllen diese Anforderungen, nicht nur im privaten Bereich, das gilt genausogut für den behördlichen Bereich.
      In solchen Fällen tragen Waffen mehr zur Gefährdung bei als dass sie irgendwas oder irgendwen schützen. Ganz unabhängig von der Art der Waffe.
      Leider ist das den Wenigsten bewusst, selbst im Sicherheitsgewerbe.
      Gut stimmt, da hast Du schon recht, nur geht es mir persönlich nur darum das es ja grundsätzlich abgelehnt wird und nicht das man sagt ok, wenn man geeignet ist und dementsprechende Prüfungen regelmäßig macht oder wie auch immer, das es dann grundsätzlich eine Überlegung wert wäre. Soll ja nicht heisen das Hinz und Kunz einfach mal so ne Waffe in die Hand gedrückt bekommen. Hoffe Du weist wie ich das jetzt meine.
      Ja, ich glaube schon, dass ich verstehe wie Du das meinst. Aus Sicht des Mitarbeiters verstehe ich das natürlich auch.

      Aber aus Sicht des Arbeitgebers muss man dann aber abwägen, ob man es denn schafft, eine ggf. große, inhomogene Mitarbeitergruppen mit im ungünstigsten Fall größerer Fluktuation auf einen vertretbares Ausbildungsniveau zu bringen und dort zu halten. Und das alles bei überschaubarem zeitlichen und finanziellen Aufwand, da der Kunde dafür meist kaum einen Aufpreis zu zahlen bereit ist. Mitarbeiter A das Waffentragen (in welcher Art auch immer) dann zu gestatten, weil er einen Lehrgang hat und Mitarbeiter B in der gleichen Situation dann nicht, weil er diesen Lehrgang eben (noch) nicht hat, ist dann auch unschön.
      Und last not least stellt sich evtl. für den Arbeitgeber die Frage, ob das Risiko für den Mitarbeiter durch das Führen von Waffen nicht evtl. sogar steigt - sei es aus Eigengefährdung (insbesondere bei Schusswaffen wohl das größte Problem) oder weil die Gegenseite aufrüstet.

      In einer optimalen Welt würde man sich natürlich die Zeit nehmen und die Aufwände nicht scheuen, jeden Mitarbeiter gut auszubilden und auch im Einsatz von für den jeweiligen Auftrag/Lage geeigneten Einsatzmitteln zu schulen und danach damit auszustatten.

      Die Realität sieht meist anders aus.
      Stimmt, da hast du auch wieder Recht. Es wäre natürlich auch unfair denen gegenüber, die dann noch keine Schulung hätten/haben. Aber glaube auch, das es wie du schon sagtest, vor allem eine finanzielle Sache ist. Manchmal kommt auch der Verdacht auf, das manche Arbeitgeber sich über dieses Thema aber auch nicht wirklich Gedanken machen, bzw. das auch gerne verdrängen.