Arbeitszeit/moralische Situation

      Arbeitszeit/moralische Situation

      Wie schaut es in anderen Firmen aus, die ihr bewacht? Werden die Arbeitszeiten der Mitarbeiter der Firmen, die ihr bewacht, kontrolliert?
      Bei uns nicht. Damit haben wir auch kein Problem. Doch was tut ihr in einer folgenden Situation?
      SMA Hr. A. ist nachts um 1:30 Uhr auf dem Rundgang. In der Fertigungshalle trifft er einen MA Hr. B.an, der an seiner Maschine arbeitet. SMA Hr. A. fragt diesen ob er alleine arbeitet (wegen Totmanngerät). Hr. B. gibt als Antwort, das noch ein Hr. C. auch in der Fertigungshalle arbeitet. Dieser wird nach ein paar Minuten auch von SMA Hr. A. auch angetroffen.
      Etwa eine 3/4 später kontrolliert SMA Hr. A. im Werk ein kleines Objekt und sieht in der Ferne eine Person, die das Werk durch das Drehkreuz verlässt.
      Da der SMA Hr. A. nicht erkennen konnte, um wen es sich handelt, schaut er kurzerhand in der Pforte an der Überwachungskamera die Videoaufzeichnung an.
      Dabei stellt sich heraus, daß es sich um einen weiteren MA Hr. D. handelt, der erst das Werk betreten hat und eine Minute das Werk wieder verlassen hat.
      Eine halbe Stunde später trifft SMA Hr. A. den MA Hr. C. in der Fertigungshalle an und fragt ihn, ob sie doch zu dritt gearbeitet haben. Daraufhin antwortet Hr. C, daß sie bis um 23:30 Uhr zu dritt gewesen sind und Hr. D. wegen Müdigkeit nach Hause gegangen ist.. SMA Hr. A. fragt den Hr. C. warum er dann Hr. D. um ca. 2 Uhr gesehen hat, als er das Werk kurz betreten hat. Dies kommt Hr. C. auch spanisch vor und vermutet, daß Hr. D. nochmals ins Werk kam um abzustempeln.
      Frage an die Kollegen, meldet ihr so einen Fall? Und ja, an wen? Personalabteilung, Vorgesetzten von Hr. D., euren Ansprechpartner im Werk oder wem?
      Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber die zweite Maus bekommt den Käse! :thumbsup:
      Nun, wenn wir das tun, ist das eine Einmischung, die uns nichts angeht. Wir haben keinen Auftrag bzw. es steht weder etwas im Werksvertrag noch in der DA.
      Arbeitszeiten von MA dieser Firma geht uns wirklich nichts an. Das ist Sache von den Vorgesetzten.
      Ich habe aber dies mit dem zuständigen Betriebsrat besprochen, wie man dabei verfährt, da unserer Ansprechpartner gerade im Urlaub ist.
      Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber die zweite Maus bekommt den Käse! :thumbsup:
      Der Betriebsrat sagte, daß dieser Verdacht erstmal geprüft werden muß.
      Er muß dies demnach dann gemacht haben, da dann heute morgen der Geschäftsführer und der Personalchef bei ihm waren und später der Personalchef für ca. 30 Minuten außer Haus war.
      Das ist klar, daß dieses Thema dann für uns erledigt ist. Die Frage ist, war dies richtig, sich an den BR zu wenden oder doch lieber den Mund halten?
      Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber die zweite Maus bekommt den Käse! :thumbsup:
      Wie gesagt, unserer Ansprechpartner, also dem wir unterstellt sind, ist im Urlaub.
      Und weiter wie gesagt, die Arbeitszeiten gehen uns nichts an und haben sie auch nicht zu kontrollieren. Doch was mach in so einer verfahrenen Situation?
      Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber die zweite Maus bekommt den Käse! :thumbsup:
      Die große Gefahr die ich aus der geschilderten Situation lesen kann ist: Es könnte durchaus sein, das dieser Missstand im sogenannten Kollegenkreis lange bekannt und geduldet ist und die Firmenleitung weiß nichts davon. Wenn du jetzt den großen Aufriss machst, werden die diese Kollegen sich solidarisieren und andere Kritikpunkte finden um dich loszuwerden. Das Loswerden geht ganz schnell, schließlich bist du ja ein Fremder.

      Warum ich das so schreibe?
      Vor einigen Jahren hatte ich so einen ähnlichen Fall: In einem Industriebetrieb wurde in der Produktion während der Nachtschichten sehr viel Alkohol getrunken. Unser(e) Mitarbeiter(in) hat das auf seinen (ihren) Rundgängen natürlich bemerkt und mehrmals schriftlich an den Kundenansprechpartner gemeldet. Es gab einen Riesenzirkus mit Dekret der Geschäftsführung usw., ein paar Monate war Ruhe. Innerhalb von sechs Monaten jedoch hatten wir den Auftrag jedoch los, da es plötzlich Beschwerden über unser Personal hagelte. Ob die berechtigt waren oder nicht hat keinen interessiert, da sich der Betriebsrat plötzlich aufmantelte und den Wechsel der Sicherheitsfirma forderte.
      Das ist die Gefahr, die dir droht!

      Deshalb die Sparflamme: Ob du das jetzt, heute oder übermorgen meldest ist egal, dadurch ändert sich am Vorfall nichts. An deiner Stelle würde ich deshalb alle Feststellungen fein säuberlich für dich selbst notieren und deinen Ansprechpartner informieren, so bald der aus seinem Urlaub zurück ist. Teile ihm das zuerst mündlich mit und biete ihm an, einen schriftlichen Bericht zu erstellen, wenn er das möchte. Was der dann daraus macht ist nicht deine Sache.
      Vielen Dank für die richtige Lösung!
      Wir haben seit nunmehr 9 Jahren diesen Auftrag und die Geschäftsführung, sowohl auch die Abteilungsleiter und die anderen Vorgesetzten dieser Firma stehen hinter uns und sehen auch das wir eine qualitative Dienstleistung erbringen.
      Auch der Betriebsrat ist auf uns gut sprechen.
      Es gab vor Kurzem schon mehrere Beschwerden an den Betriebsrat über uns, aber nur von einer Handvoll Mitarbeiter aus der Fertigung, die unsere Weisung aufgrund der Arbeitssicherheitsvorschriften nicht nachkommen und dies als Kontrolle der Arbeit ansahen.
      Ich habe den Betriebsrat dann aufgeklärt, er hat es verstanden und steht damit hinter uns.
      In dieser Firma arbeiten ca. 500 Mitarbeiter und leider haben nur ein paar wenige unsere Arbeit nicht verstanden.
      Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber die zweite Maus bekommt den Käse! :thumbsup:

      Aufseher schrieb:

      Bist du Auftragnehmer oder Subunternehmer? Egal, in keinem der Fälle würde ich einen "Werkvertrag" schließen: damit haftest du ohne Ende = frag mal deine Schadensversicherung was die dazu sagt!



      Ich bin Auftragnehmer und ich habe einen Werkvertrag. In diesem ist jedoch so ein Fall nicht erklärt.
      Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber die zweite Maus bekommt den Käse! :thumbsup:
      Diese Frage nach einer „Meldepflicht“ wirft gleichzeitig die Frage auf, ob die Dienstleistung und die vertragstypischen Pflichten zu einem herbeiführenden Erfolg geeignet sein können, wenn der aufgeführte Sachverhalt, der entsprechenden Stelle gemeldet werden würde?

      Gegenstand hierfür wäre die Abhängigkeit einer Weisung, die dann das Sicherheitsunternehmen verpflichten würde, sich um die Kontrolle der Vertragspflichten der Arbeitsnehmer (hier: Arbeitszeiten) zu kümmern.

      Diese Pflicht besteht offensichtlich nicht! Die Verwendung einer solchen Weisung könnte dann im Übrigen auch nicht durch einen „Werkvertrag“ gekennzeichnet sein.

      Ein weiteres Problem könnte – wenn die Beobachtung gemeldet werden würde - die Auswertung von Videoüberwachungsbildern darstellen. Schließlich müsste der Sicherheitsdienst seine Vorgehensweise, insbesondere im Hinblick auf die Ermittlung preisgeben!

      Da stellt sich mir die Frage: Würde das dem Betriebsrat gefallen? Und im Folgenden vermute ich mal, dass Herr C. seine Aussage oder Vermutung auch nicht zu Protokoll geben würde, wenn dem Vorwurf „Arbeitszeitdiebstahl oder Arbeitszeitbetrug“ nachgegangen wird.
      Freundliche Grüße

      Moderator Doph_Zügota



      Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.

      Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen
      Die Überwachung der Arbeitszeit und das Tragen von PSA (Persönliche-Schutz-Ausrüstung) ist generell nicht Gegenstand der Aufgaben eines fremden Sicherheitsdienstleisters = das stimmt. Ist ein Sicherheitsdienstleister jedoch mit einem Werkvertrag beschäftigt, kann ich als Auftraggeber alles mögliche in die Aufgaben schreiben, was auch nur im entferntesten mit Sicherheit zu tun hat! Provokativ: Ist das Nichttragen von PSA eine Gefahr für die Sicherheit des Betriebes?

      :!: Den fremden Betriebsrat würde ich als Sicherheitsdienstleister mit Vorsicht genießen und keinesfalls mit einbeziehen. Das erzeugt Abhängigkeit und kann ganz schnell umschlagen. Betriebsräte sind in der Regel Leute, die wissen wo es lang geht, und sie setzen sich in erster Linie für ihre Wähler ein, nicht für Fremdbeschäftigte. :!:
      Die Überwachung der Arbeitszeit nicht aber wir müßen die MA`s und auch Fremdpersonal sowie Besucher auf jeden Fall anhalten, wenn sie ohne Schutzbrille (und auch Sicherheitsschuhe) sich in Bereichen aufhalten, in denen das Tragen Pflicht ist, da dies zur Arbeitssicherheit zählt.

      Zur aktuellen Lage von Hr. C., er bekam jetzt die fristlose Kündigung.


      Vollzitat entfernt.
      Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber die zweite Maus bekommt den Käse! :thumbsup:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Siegfried“ ()