Urlaubstage

      Hallo Folks :)

      kurze Frage,

      der Kaufhausdetektiv steht doch unter dem Manteltarifvertrag des Wach- und Sicherheitsgewerbes
      und hat daher Anspruch auf 26 Tage Urlaub oder ?

      Mein Arbeitgeber versucht mir nämlich einzureden das ich nur 20 Tage Urlaub im Jahr hätte 8o
      Unabhängig von den Regelungen eines Tarifvertrags gilt auf jeden Fall das Bundesurlaubsgesetz. Und das sagt mindestes 24 Werktage:

      "§ 3 Dauer des Urlaubs
      (1) Der Urlaub beträgt jährlich mindestens 24 Werktage.
      (2) Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind."
      Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
      Konfuzius
      Also das Thema hatten wir bei uns auch schon in der Firma, zum Glück aber gibts bei uns eher ein miteinander als gegeneinander und deshalb wurde das Thema gut besprochen ohne böses Blut.

      Einige Kollegen, wie ich auch muss ich gestehen, waren auch der Meinung das der Urlaub min. 26 Tage beträgt.
      Ich bin Einsatzleiter und es ist kein kleiner Betrieb, peinlich genug aber selbst ein von einem Kollegen gefragter Anwalt war dieser Meinung, steht ja so im Tarifvertrag.

      Also die Chefs damit konfrontiert denn wir waren uns ja "siegessicher", selbst ein Anwalt hat grünes Licht gegeben.
      Dann wurde es peinlich, leider für uns.
      Uns wurde dann mal genau der Tarifvertrag vor die Nase gehalten mit dem wir gewedelt haben, dazu noch diverse weitere denn es gibt den MTRV, den LTV, den GTV, das alles in verschiedenen Versionen und dann noch mit unterschiedlichen Bestimmungen für Bundesländer.
      ..ganz zu schweigen von Ausnahmeregelungen einzelne Tätigkeitsbereiche betreffend.

      Um die Frage zu beantworten:
      1. Die im MTRV angegebenen Urlaubstage bzw. die Urlaubsregelung allgemein bezieht sich auf den vollen Dienst, also 6 Tage Woche.
      2. Da manche Tarifverträge oder Auszüge daraus nicht allgemeinverbindlich sind, gilt auf jeden Fall das Bundesurlaubsgesetz und das schreibt 24 Urlaubstage vor bei vollem Dienst - also 6 Tage Woche.
      3. Wenn die wöchentlichen Arbeitstage weniger als die 6 sind, verringert sich auch der Urlaubsanspruch.

      Es gibt so viele Versionen und Auslegungen vom Tarifrecht, da wundert es nicht das nicht mal ein Anwalt da durchblickt.
      Letztlich ist es dem Anwalt auch egal, er will ja prozessieren und verdient auf jeden Fall.
      Einen Tip gab dann noch bzgl. des MTRV, der ist erstmals kündbar zum 31.12.2014 somit ist man momentan nicht unbedingt gut beraten damit in der Hand zum AG zu rennen um zu fordern, wenn der nämlich gut beraten ist geht das nach hinten los.

      So war das, bei Fragen gerne PN, Unterstützung unter Kollegen sollte sein.

      Micha
      Also ich bin diesbezüglich beim Kollegen „Nemere“ weil die Voraussetzung die den Urlaubsanspruch gegründet und offensichtlich erfüllt ist. Voraussetzung: Ein bestehendes Vertragsverhältnis!

      Keine Rolle spielt dabei, ob der Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerähnliche Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigter ist oder ob seine Dienste haupt- oder nebenberuflich verrichtet oder ob er befristet oder unbefristet beschäftigt ist. Selbst bei einem fehlerhaft begründeten Arbeitsverhältnis , aber in Vollzug gesetzten Arbeitsverhältnis, ist der gleiche Urlaubsanspruch gegeben.

      Der Grundsatz: „Jeder Arbeitnehmer hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf einen bezahlten Erholungsurlaub von mindestens 24 Werktagen bleibt bestehen“! Der Gesetzgeber geht dabei allerdings von einer 6-Tage-Woche aus!!!

      Und jetzt kommt das Problem oder aus meiner Sicht die Lösung:

      Rechnen wir also kurz mit einer 5-Tage-Woche, weil im Fall von Roughneck diese scheinbar besteht:

      Formel: Urlaubsanspruch in Werktagen : Werktage (6) x Arbeitstage /Woche = Urlaubstage

      24:6x5 = 20 .
      Freundliche Grüße

      Moderator Doph_Zügota



      Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.

      Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen
      Die meisten Urlaubsfestlegungen für unser Gewerbe bzgl. Höhe und Bezahlungsriten sind durch Tarifverträge begründet. Gemäß § 13 Bundesurlaubsgesetz kann durch Tarifvertrag vom Gesetz abgewichen werden, das ist der Knackpunkt. Bei den Tarifverträgen kommt es darauf an ob allgemeinverbindlich erklärt oder nicht. Zusätzlich sollte man sich vor einer verbindlichen Aussage zum Urlaub den Arbeitsvertrag genau anschauen. Ist nämlich der Tarifvertrag nicht allgemeinverbindlich, können im Arbeitsvertrag gültige Regelungen enthalten sein. Das ist mein Kenntnisstand.
      Zu beachten ist auch das Günstigkeitsprinzip. D.h, gelten mehrere Vereinbarungen nebeneinander (AV, TV, BUrlG,..) so gilt das für den Arbeitsnehmer günstigere...

      Sprich Arbeitest du in NRW hast du 26 Werktage bzw. 21,66 ~ 22 Arbeitstage laut Tarifvertrag.
      "One today is worth two tomorrows" ... (Benjamin Franklin)