BVB zahlt Ordnern nur fünf Euro pro Stunde

      BVB zahlt Ordnern nur fünf Euro pro Stunde

      Mit einer Versuchsperson testete er das Bewerbungsprozedere. Ein junger Mann konnte im Film dreieinhalb Stunden vor dem Anpfiff des Spiels Borussia Dortmund gegen Bayern München am 23. November als Ordner anfangen


      und weiter..
      Erfahrungen als Ordner, Schulungen? Fehlanzeige. Die Versuchsperson durfte direkt loslegen – ohne vorher durchsucht worden zu sein; er darf Stadionbesucher kontrollieren.


      Fünf Euro Bezahlung seien laut BVB völlig in Ordnung.


      Hier der Artikel: huffingtonpost.de/2013/12/11/bvb-ordner_n_4423968.html

      Krass oder?
      Aber nehmen diese Ordner den „Sicherheitsaufgaben“ war oder könnte man nicht ehr von einem „Stadionhelfer“ sprechen?

      Aus meiner Sicht, sind 5 Euro sicherlich auch nicht ausreichend, aber der BVB 09 ist kein Sicherheitsdienstleister und somit auch nicht an den tarifvertraglichen Mindestlohn für Sicherheitsdienstleister gebunden.

      Dazu kommt, dass die (ich bezeichne sie jetzt mal als „Stadionhelfer“) eingesetzten Beschäftigten ggf. noch andere Vergünstigungen erhalten könnten; darüber gibt der Artikel keine Auskunft. Möglich wäre dabei der freie Eintritt zu anderen Heimspielen!
      Freundliche Grüße

      Moderator Doph_Zügota



      Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.

      Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen
      Hallo,

      das ist doch sittenwidrig und für die Verantwortung die man trägt, absolut indiskutabel.
      Ich würde bei so einem Arbeitgeber niemals anfangen, ich unterstütze so was nicht!
      Wenn das ganz viele Menschen machen würden, könnte man vielleicht auch was verändern,
      aber solange viele mit einer Duckmäusermentalität daher kommen und sich über die Medien
      einsuggerieren lassen, dass sie faul und dumm sind und gerade deshalb solche Jobs machen müssen,
      solange wird es eben beim JAMMERN bleiben und der Niedriglohnsektor lebt weiterhin ( aber ohne mich!).

      MfG
      KittyCat
      Hm, das erinnert mich an die Zeit, als ich für einen privaten Sicherheitsdienstleister als Ordner im Berliner Olympiastadion gearbeitet habe. Alles was ich tun musste um anzufangen, war kurz vor dem Spiel zum Einsatzleiter (oder wie auch immer man den nennen sollte) vor dem Stadion zu gehen, einen kleinen Wisch auszufüllen (Adresse und Bankverbindung), kurz meinen Perso vorzuzeigen und schon ging's los. Immerhin wurde uns noch gezeigt, wie man Leute richtig abtastet. Über Dinge wie Objekteinweisung oder das Verhalten bei Panik oder sonstiger Zwischenfälle wurde allerdings kein Wort verloren. 8o
      Ich war noch nicht mal 18, und sowas wie einen Arbeitsvertrag habe ich natürlich auch nie gesehen.
      Das ist jetzt gut 15 Jahre her. Aber irgendwie überrascht es mich nicht, daß sowas heute immernoch gang und gäbe ist...
      Das ist natürlich nicht richtig, aber wie ich schon sagte: „Der BVB 09 ist kein Sicherheitsdienstleister“!
      Für mich persönlich wäre hier aber eine gründliche Untersuchung angebracht.
      Freundliche Grüße

      Moderator Doph_Zügota



      Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.

      Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen
      Es geht ja nicht einfach darum, ob der Verein ein Sicherheitsdienstleister ist. Er hat schlicht und einfach Bedarf an professioneller Sicherheitsdienstleistung. Einfach zu behaupten, es wäre nicht so, ändert daran nichts. Aber ab nächstes Jahr werden ja eh die Mindestlöhne eingeführt. Wobei, naja, 8,50 brutto...
      Mit 5 Euro die Stunde kannst du dich nicht mal selbst ernähren, geschweige denn eine ganze Familie. Aber es gibt immer noch genug Leute, die selbst auf diesen unverschämten Lohn angewiesen sind. Und so lange es diese Leute gibt, wird isch auch nichts ändern. So traurig es ist.
      Es ist nicht immer alles Gold was glänzt.
      Fakt ist, dass der BVB kein Sicherheitsunternehmen ist und eigenes Personal mit dem Durchsetzen seiner Hausrechtsansprüche in seinem eigenen Stadion einsetzen darf, wie der BVB gerade lustig ist. Genau wie der Türsteher an der Disse nur einen 34a braucht, wenn er für ein Sicherheitsunternehmen dort steht, nicht jedoch wenn er von der Disse direkt selbst eingestellt ist.
      Somit greifen weder Tarifbestimmung noch Qualifikationskriterien oder Arbeitnehmerentsendegesetz die für ein Sicherheitsunternehmen verbindlich sind.
      Somit ist das Verhalten des BVB rein formaljuristisch vollkommen in Ordnung.
      Ob es moralisch ist, darüber darf hier gerne debattiert werden.
      Der Bedarf an proffesionellen Sicherheitsdienstleistungen deckt der BVB durch Zukauf von Sicherheitspersonal durch Sicherheitsunternehmen unter der Federführung der Securitas-Tochter BaySecur.
      Zu Beginn des Themas wurde mit der Überschrift „BVB zahlt Ordnern nur fünf Euro pro Stunde“ der Inhalt für weitere Beiträge bestimmt. Nachdem wir festgestellt haben, dass diese „Ordner“ bei der BVB GmbH & Co. KGaA beschäftigt werden, ist die Frage nach dem tariflichen Lohn für Sicherheitsdienstleister geklärt. Das vorgenannte Unternehmen ist kein Sicherheitsdienstleister und warum sollten diese „Ordner“ dann, wie ein Beschäftigter eines Sicherheitsdienstleisters entlohnt werden?

      Jetzt wird aber nicht nur der – völlig unzureichende - Stundenlohn von 5 Euro kritisch hinterfragt, sondern es schließen sich auch wieder die Beschreibung der Ziele, die Ableitung der Aufgabenfelder und eine Skizze der unternehmensinternen und –externen Rahmenbedingungen im Unterton an.

      Betrachten wir aber den „Tatort Stadion“ als Ganzes, dann sind die erhöhten Sicherheitsansprüche an bauliche, polizeiliche, private und sicherheitspolitische Maßnahmen in der Welt der Großveranstaltung „Fussball“ zweckmäßig und gezielt betrachtet, und umgesetzt worden. Natürlich muss sich das Zusammenspiel aus Zufall und Notwenigkeit immer wieder neuen Herausforderungen stellen und dabei muss sich immer nennend auch der „Ordner“ einer neuen Herausforderung stellen.

      Will man aber auf Basis der Erkenntnis, den „Ordner“ auf seine Aufgaben vorbereiten, so kann „nur“ ein wiederkehrendes Sicherheitsschulungsprogramm mit einem entsprechenden Ausbildungsumfang eine Grundlage bilden, um die Lücke, zwischen dem professionellen Niveau und dem nicht voraussagbar bestimmten „nicht professionellen Niveau“ zu schließen.

      Wie sollte aber so ein „Sicherheitsschulungsprogramm“ aussehen und welche Tätigkeiten übt ein „Ordner“ im Kontroll- und Ordnungsdienst aus und wieso spricht man von einer Tätigkeit im Servicebereich?

      Zurück zur Entlohnung, dem immer gerne genommenen Allheilmittel in unserer Branche! Und da stelle ich gleich mal die Frage, ob z.B. Zwanzig-Euro pro Stunde für zwei Dienste von jeweils 5 Stunden im Monat, ausreichend wären, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können? Ich glaube nicht und könnte es so sein, dass diese Menschen („Ordner des BVB“) gerne diese Tätigkeit machen und die 5-Euro eigentlich überhaupt nicht ausschlaggebend sind?

      Vielleicht will man einfach dazugehören und nur einen (seinen eigenen) Beitrag für den Verein (hier: BVB 09) leisten? Das ist – so glaube ich – der Grund, sonst würden nicht 750 Menschen für den BVB 09, bei dieser zu tiefst verachtenden Bezahlung an Wochenenden arbeiten gehen. Da kann ich selbst bei jeder perspektiven zerstörenden Zeitarbeitsfirma mehr herausholen!

      Nun kurz zu einem Beispiel:
      Ich habe vor einigen Monaten mit einen Kollegen gesprochen, der selbst auch in der Sicherheitsdienstleistungsbranche tätig ist und auch Fußballfan ist; er berichtete mir das er jetzt „Stadionhelfer“ sei!

      Hier eine Frage aus unserem Gespräch und die vielsagende Antwort:

      Doph: Ist das ein neuer Auftrag von deinem Arbeitgeber?

      Kollege: Nein, ich mache das „Ehrenamtlich“ und ich bekomme auch kein Geld dafür, ich darf aber um sonst ins Stadion und auf das Spielfeld und in die Kabinen und zudem kriege ich noch die „Stadionjacke des Vereins“ und kostenlose Getränke und Speisen!

      Doph: Das ist ja toll!

      "Im weiteren Verlauf des Gesprächs sprudelten die Erlebnisse der letzten Spieltage nur so aus ihm heraus und wie bei einem Kind das mit leuchtenden Augen unter dem Weihnachtsbaum steht, gab er mir zu verstehen, dass er gegenwärtig nichts anderes mehr brauchen würde, um glücklich zu sein"!

      Ich denke, eine solche Hingabe ist beim Massenphänomen Fußball und damit auch beim BVB 09, nicht auszuschließen. Man müsste also ergründen wie vielfältig die Motive sind!

      Freundliche Grüße

      Moderator Doph_Zügota



      Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.

      Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen
      Nette Worte @Doph_Zügota . Ich sehe das dennoch viel mehr als Ausnutzung der Mitarbeiter.

      Das Sicherheitspersonal ist wohl ein notwendiges Übel und lieber zahle ich 5 Euro und mache meinen MA das ganze noch schmackhaft, in dem ich mit ihrem Hobby "spiele" (evtl "freie" ...ähäm...Stadionbesuche), als dass ich in einen Sicherheitsdienst investieren muss, der - wer hätte das gedacht? - einen Mindestlohn an seine MA zu zahlen hat.

      Auch wenn einige Kollegen sicherlich gerne für einen Fußballverein günstig arbeiten (aus welchen Gründen auch immer), sehe ich darin eher Geldgier des Vereins.

      Kraftsport
      Dieser Hype der um das Thema gemacht wird mal wieder der Wahnsinn. Die Leute die dort Beschäftigt werden sind lediglich vor Ort um am Eingang zu kontrollieren und auch sonst im Stadion darauf zu achten das Regeln befolgt werden. Sollte dies nicht der Fall sein begeben sie sich aber zu keiner Sekunde selbst in Gefahr sondern lassen dies die Polizei regeln. Außerdem zu der "schlechten" Bezahlung, ich persönlich kenne niemanden der sein Lebensunterhalt durch 2 Arbeitstage im Monat finanzieren möchte. Da müsste der Stundenlohn schon utopisch hoch sein. Ein Freund von mir ist Hauptberuflich bei Sicherheitsdienst NRW - Sicherheitsdienst Düsseldorf | R&G tätig und macht alle 2 Wochen Ordner beim BVB. Damit bekommt er die Möglichkeit im Stadion zu sein und sich ein wenig Geld zu verdienen. Jetzt aber zum wesentlichen Punkt: Jeder Ordner der dort eingesetzt wird "arbeitet" nur eine Halbzeit. Die andere darf er sich das Spiel anschauen. Gerade in einer Stadt in der die Beziehung zwischen Fans und Verein so eng ist, gilt dies als optimale gelegenheiten ins Stadion zu kommen, da es über normale Karten kaum möglich ist. Dies liegt aber nicht an den Preisen ;) Wäre jedoch trotzdem dafür das man vorher wenigstens nen kleinen Kurs machen würde. Am Ende des Tages aber wieder nur unnötige Panikmache. Im Stadion sind nämlich auch genug "echte" Sicherheitskräfte unterwegs die voll ausgebildet sind.
      Um das Thema nochmal kurz aufzugreifen, ich lese hier immer nur 5€ Stundenlohn :D Wer den Artikel aber mal richtig durchliest dürfte feststellen das , dass "richtige" Sicherheitspersonal mindestens 15€/h bekommt :)
      Wer unsere Branche kennt und liebt weiß natürlich das 15€ Stundenlohn bei den modalitäten in unserer Branche, speziell im Veranstaltungsschutz eher die Ausnahme bilden.
      "Es wird immer wieder Eskimos geben, die den Einwohnern von Zaire gute Ratschläge
      für das Verhalten bei großer Hitze erteilen." :D