Eintrag Führungszeugnis

      Eintrag Führungszeugnis

      Moin,
      seit mehreren Jahren arbeite ich schon im Sicherheitsdienst. Nun möchte mein jüngerer Bruder sich bei einem Sicherheitsunternehmen bewerben die suchen im Moment mehrere Leute für den Objektschutz.
      Er macht viele verschiedene Sportarten und hat sich leider mit Arzneimitteln beschäftigt. Er hat einen Eintrag wegen Verstoß gegen das Arzneimittel Gesetz bekommen. Der Eintrag bleibt für 3 Jahre im Führungszeugnis 2 Jahre sind schon abgelaufen.
      Er besitzt den 34a- Schein

      Würdet Ihr euch mit dem Eintrag trotzdem bewerben ??
      Wen ja wie geht man da am besten vor ?
      Ein Kollege berichtete vor kurzem folgendes,
      die Sicherheitsunternehmen legen das FZ vom Arbeitnehmer einer Behörde vor diese entscheidet ob er im Sicherheitsdienst arbeitet
      Schwerwiegend sind Sachen wie , Hehlerei, Betrug, Steuerhinterziehung Körperverletzung usw.
      Wen das so ausgelegt ist kann man sich ja eigentlich bewerben oder ??
      Mit freundlichen Grüßen

      lisan99

      Re: Eintrag Führungszeugnis

      Versuchen kann er es, aber er muß mit offenen Karten spielen, sonst kann er seinen Job gleich wieder verlieren. Andere Möglichkeit wäre mit einem Anwalt abklären, ob eine frühere Tilgung möglich ist - manchmal ist so etwas auf "good will" der Behörde möglich.

      Re: Eintrag Führungszeugnis

      "lisan99" schrieb:

      Der Eintrag bleibt für 3 Jahre im Führungszeugnis 2 Jahre sind schon abgelaufen.


      Es ist ein grosser Irrtum, zu glauben, dass hier die für das Führungszeugnis geltende Tilgungsfrist eine Rolle spielt.

      Die Behörde holt eine "unbeschränkte Auskunft" nach § 41 Abs. 1 Nr. 9 BZRG i.V.m. § 9 Abs. 1 BewachV ein. Dafür gelten die für die Tilgung der Eintragung im Bundeszentralregister maßgeblichen Fristen, also mindestens fünf Jahre (§ 46 Abs. 1 Nr. 1 BZRG).

      "Verstoss gegen das Arzneimittelgesetz" ist eine viel zu vage Angabe, um hier irgendwelche Aussagen treffen zu können. Es wird z.B. einen Unterschied machen, ob er diese "Arzneimittel" selbst genommen hat oder ob er damit gedealt hat. und ob evtl. das BtMG berührt ist. Wichtig sind auch Art und Höhe der Strafe

      Re: Eintrag Führungszeugnis

      "Arvasi" schrieb:

      Versuchen kann er es, aber er muß mit offenen Karten spielen, sonst kann er seinen Job gleich wieder verlieren. Andere Möglichkeit wäre mit einem Anwalt abklären, ob eine frühere Tilgung möglich ist - manchmal ist so etwas auf "good will" der Behörde möglich.


      Also einfach mal versuchen,
      mit offenen Karten muss er ja sowieso spielen da er das FZ vorzeigen muss, Tilgung ist nicht möglich waren schon beim Anwalt.
      Mir ging es auch hauptsächlich darum, dass gar nichts im FZ stehen muss. Ich habe bis vor kurzem gedacht das wenn man im Sicherheitsgewerbe arbeiten möchte, so dürfte nichts(ohne Eintrag) im FZ stehen. Vielleicht kennt ja hier im Forum einer so einen Fall und könnte mir vielleicht ein Tipp geben ??

      Das schlechteste was passieren könnte ist das dass Sicherheitsunternehmen ihn dann gar nicht mehr möchte auch in Zukunft nicht.
      Oder meint Ihr das es für die privaten Sicherheitsunternehmen nicht so wichtig ist ??

      Mfg

      Re: Eintrag Führungszeugnis

      Sicherheitsfirmen verlangen das erweiterte behördliche Führungszeugnis (und bekommen das über Behörden), da steht alles drin, auch von ganz früher... ohne diesen Wisch geht keine Beschäftigung. Dein Freund kann es ja versuchen (und muss mit ganz offenen Karten spielen), aber ich denke nicht, dass eine seriöse Sicherheitsfirma ihn nehmen wird. Das wäre ein zu großes Risiko, denke mal alleine an das Haftungstechnische! Der Firmenchef muss ja auch zB dem Objektbesitzer unbescholtenes Personal bieten können, ein schwarzes Schaf und ein Vorfall und die ganze Firma ist kaputt.

      Re: Eintrag Führungszeugnis

      "Nightowl" schrieb:

      Sicherheitsfirmen verlangen das erweiterte behördliche Führungszeugnis (und bekommen das über Behörden), da steht alles drin, auch von ganz früher... .

      Du bringst da was durcheinander - ein Führungszeugnis ist keine SÜG. Wenn die Strafe verjährt und getilgt ist, dann steht gar nichts im Führungszeugnis, auch nicht im erweiterten.

      "Nightowl" schrieb:

      ohne diesen Wisch geht keine Beschäftigung. .

      Stimmt.

      "Nightowl" schrieb:

      Der Firmenchef muss ja auch zB dem Objektbesitzer unbescholtenes Personal bieten können, ein schwarzes Schaf und ein Vorfall und die ganze Firma ist kaputt.

      Na, na, wollen wir mal nicht übertreiben - passiert bestenfalls in einer "One-Man-Show", bei größeren Firmen dürfte das wohl kaum der Fall sein. Und sogenannte "Jugendsünden" wie z. B. Schwarzfahren sind auch irgendwann verjährt, du kannst doch nicht ernsthaft die MA ihr Leben lang dafür büßen lassen wollen.
      es liegt eindeutig an der behörde und arbeitgeber ob dein bruder eingestellt wird.
      ich hab es auch schon erlebt das vorbestrafte leute in meiner ex firma eingestellt wurden.

      was aufjedenfall tabu bleibt sind einsätze in sensiblen bereichen wo dann eine erweiterte sicherheitsüberprüfung erfolgt.
      Hallo lisan99. Natürlich kann dein Bruder versuchen, die ausgeschriebene Stelle zu bekommen. Wenn er von Anfang an ehrlich ist zum möglichen Arbeitgeber, sollte es keine Schwierigkeiten geben. Seinen Fehler hat er doch mit Sicherheit eingesehen und Fehler macht doch jeder einmal. Also, ran an die Bewerbung. LG
      Es ist nicht immer alles Gold was glänzt.
      So also bei mir ist folgendes der Fall: Mein erweitertes Führungszeugnis da steht nichts drin, aber ich wurde vor knapp 3 Jahren wegen Betrug verurteilt. Kann ich deswegen wegen dem Bundeszentralregister schwierigkeiten kriegen? Ich mache gerade die 34a Vorbereitung
      Die Behörden holen bei der Anmeldung eines Sicherheitsmitarbeiters eine unbeschränkte Auskunft aus dem Bundeszentralregister ein, die wesentlich mehr Einträge als das erweiterte Führungszeugnis umfasst.
      Wenn Du vor drei Jahren verurteilt wurdest, ist dieses Urteil auf jeden Fall noch im Bundeszentralregister enthalten (Mindesttilgungsfrist fünf Jahre, § 46 Abs. 1 Nr. 1BZRG). Entscheidend für die Länge der Tilgungsfrist sind Art und Höhe der Strafe sowie die Frage, ob mehrere Strafen im Register eingetragen sind.
      Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
      Konfuzius
      Wie @Nemere schon richtig geschrieben hat holt sich das Ordnungsamt einen Auszug aus dem Bundeszentralregister und in dem steht (so wie du es beschrieben hast) es auf jeden Fall drin. Wo es nicht drin stehen kann ist im polizeilichen Führungszeugnis, das du ja deinem zuküftigem Arbeitgeber vorlegen darfst.

      Du kannst aber Einsicht (über dein örtliches Gericht) in deine Akte beim Bundeszentralregister nehmen.
      Der Ungebildete glaubt das, was ihm paßt.
      (Ludovico Ariosto)

      Schengel schrieb:

      80 Tagessätze a 30 Euro.

      80 Tagessätze erscheinen nicht im FÜHRUNGSZEUNGNIS, wenn das der einzige Eintrag im Bundeszentralregister ist.
      80 Tagessätze werden aber durchaus in der unbeschränkten Auskunft für Behörden vermerkt,
      Für die Zulassung als Sicherheitsmitarbeiter ist aber diese unbeschränkte Auskunft entscheidend - nicht das Führungszeugnis. Ob dir diese Eintragung dabei Probleme bereitet, muß der zuständige Sachbearbeiter entscheiden.
      Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
      Konfuzius