Nachtzuschlag

      in der aktuerllen Superillu Nr. 38/2012 habe ich auf Seite 54 einen Artikel gefunden "Schichtarbeit nimmt zu"
      Unter anderem ist eine Erläuterung zur Nachtarbeit und der Ausgleich beschrieben. Demnach muss laut Arbeitsgericht eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder ein angemessener Zuschlag gewährt werden. Das Bundesarbeitsgericht hält 25% des Stundenlohns für angemessen. Es wurde das Aktenzeichen 9 AZR 180/02 dazu angegeben.
      Jetzt frage ich mich doch, wieso ich als ausschließlich nachts arbeitender Sicherheitsmitarbeiter im Objektschutz in Sachsen lediglich 5% Nachtzuschlag bekomme- was ja auch bei 7.- € brutto/Sdt. finanziell eher ein Witz ist :D .
      Kann ein Tarifvertrag mit Mindestlohn den vom Bundesarbeitsgericht für angemessen gehaltenen Zuschlag einfach niedriger einsetzen?
      Weiß jemand darüber Bescheid oder verunglimpt die Presse nur wieder mit Allgemeinaussagen den Leser, der keine Ahnung hat :confused: ?
      Würde mich über rege Ansätze ehrlich freuen :cheers: ...

      Re: Nachtzuschlag

      hier mal der Volltext des Urteils

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      in diesem Fall hielt das BAG 25% für angemessen , obwohl sich der Kläger 50% erhoffte,

      Problem war, es galt kein einschlägiger Tarifvertrag, und die Nachtarbeit sei laut Arbeitgeber mit dem im Arbeitsvertrag vereinbarten Stundenlohn abgegolten ,so daß ermittelt werden musste, welche Höhe im Sinne des § 6 Abs. 5 ArbZG iVm. § 611 BGB. im vorliegenden Fall als "angemessener Zuschlag" anzusehen wäre

      bei dir gibt es einen Tarifvertrag, der das regelt, deshalb ist dein Fall auch nicht vergleichbar mit obigem Fall

      daß die bestehenden Tarifverträge in unserem Gewerbe so schlecht sind, liegt daran, daß zuwenig Beschäftigte Gewerkschaftsmitglieder sind, weshalb die Gewerkschaft auch keine nennenswerte "Verhandllungsmacht" darstellt und meistens das nehmen muß, was ihnen der Arbeitgeberverband in seiner unendlichen Großzügigkeit anbietet

      zudem stellt das Magazin "Super-Illu" nicht gerade die Spitze seriöser Berichterstattung dar, so daß ich auch in Bezug auf Rechtsfragen eher andere Pressevertreter zur Informationsgewinnung heranziehen würde

      Re: Nachtzuschlag

      Macht es denn Sinn, einfach mal zu klagen und falls ja bei welchem Gericht?
      Bei meinem niedrigen Einkommen habe ich Anspruch auf Prozesskostenbeihilfe, :yahoo:
      wenn eine gewisse Aussicht auf Erfolg der Klage absehbar ist??? :top:

      Re: Nachtzuschlag

      In deinem Fall macht es keinen Sinn zu klagen

      Bei dir ist per Tarifvertrag alles geregelt.
      du würdest auch keine Prozeßkostenhilfe bekommen, da das Vorhaben von Anfang an als aussichtslos bewertet würde
      der Gesetzgeber mischt sich da nicht ein, wenn die Tarifparteien einen Zuschlag von 5% als ausreichend erachten

      Stichwort : Tarifautonomie
      Die Tarifautonomie sichert ab, dass
      •Arbeitgeber und/oder Arbeitgeberverbände
      sowie
      •die Gewerkschaften als Interessenvertreter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
      die Bedingungen und wichtigsten Inhalte für den Abschluss von Arbeitsverträgen - z. B. Dauer der Arbeitszeit, Urlaubsdauer über den gesetzlichen Anspruch hinaus, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, die Höhe von Löhnen und Gehältern – selbstbestimmt und unabhängig von staatlicher Einflussnahme miteinander aushandeln und rechtsverbindlich festlegen können.

      <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.tarifregister.nrw.de/tarifsystem/funktion_tarifsystem/index.php#tarifautonomie">http://www.tarifregister.nrw.de/tarifsy ... fautonomie</a><!-- m -->

      zudem würde man den Tarifvertrag als "Gesamtwerk" betrachten, in dem es zu einzelnen Punkten gewisse Nachteile in Kauf zu nehmen gäbe ( z.b. ein relativ geringen Nachtzuschlag etc.), die in anderen Bereichen durch Vorteile ( z.b. eine Jahressonderzahlung, mehr Urlaub als gesetzlich vorgeschrieben, etc.)wieder ausgeglichen wären

      umziehen würde mehr Sinn machen
      in anderen Bundesländern gelten andere Tarifverträge, da gibts dann auch z.b. 23 % Nachtzuschlag