Privat Pkw ohne Entgelte nutzen?

      Privat Pkw ohne Entgelte nutzen?

      Hallo Leute
      Wie weit ( KM) muss ich mit meinem Privat PKW zum Bewachungsobjekt fahren,ohne das die Firma Fahrgeld zahlen muss.Ich komme aus NRW.
      Muss ich Standposten mit eigenem PKW machen? :devil:
      Ich bin Revier und Interventionsfahrer, bin sonst zufrieden aber das mit den
      Standposten an anderen Objekten passt mir nicht weil die Firmen doch die Kilometer bezahlt bekommen nur wir nicht. :superbad:
      Wer kann mir helfen?
      danke Euch allen :cheers:

      Re: Privat Pkw ohne Entgelte nutzen?

      also hier mal die allgemeinverbindliche tarifliche Regelung in NRW :

      § 4 Fahrgelderstattung

      Wird ein AN auf Veranlassung des AG in ein Ojekt versetzt, das mehr als 30km von seinem Wohnsitz entfernt ist, schuldet der AG für die Fahrten zwischen Wohnsitz und Arbeitsstätte einen Fahrgeldzuschuß. Die Kosten der ersten 30 km im Umkreis zwischen Wohnung und Arbeitsstätte trägt der AN selbst.

      ..........

      Berechnungsgrundlage für den Fahrgeldzuschuß ist der jeweils günstigste Tarif für öffentliche Verkehrsmittel (Hin-und Rückfahrt)

      Sofern der AN auf Wunsch des AG seinen privaten PKW zwischen Wohnung und Arbeitsstätte einsetzt, erhält er je Entfernungskilometer (einfache Entfernung) ein Kilometergeld von 0,27€

      Sofern der AN auf Wunsch des AG seinen privaten PKW zur Erledigung von Dienstfahrten einsetzt, werden ihm pro gefahrenem Kilometer 0,27€ gezahlt

      ...................

      Re: Privat Pkw ohne Entgelte nutzen?

      dazu habe ich auch eine frage.

      wie sieht die regelung der kombination aus zwischen ÖPNV und privat kfz der abrechnung?
      mann mixt das beides nin dem monat.
      da der AG nicht konkret fest gelegt hat, wie man hin kommt
      -sage so bei mir sind es mit öpnv fast 90 min hin und auch wieder zurück, das bei einen 3 schicht system( ist man fast 12Std. unterwegs bis man sich freizeit gönnen kann).
      -kfz fahre ich um die 40 min ohne berufsverkehr aber sind pro tag (hin und rück) 100km.
      danke

      Re: Privat Pkw ohne Entgelte nutzen?

      ich sehe, du fällst auch unter die Regelung in NRW

      erstmal gilt diese Fahrgeldregelung nur bei Versetzungen auf Veranlassung des AG
      wenn du laut Arbeitsvertrag für ein Objekt eingestellt bist, das von Haus aus weiter als 30km entfernt ist, gibts nix
      (nur, wenn man dich zwischendurch/fest woanders einsetzt, als ursprünglich vertraglich vereinbart war und was auch mehr als 30km weit weg wäre)

      zum zweiten würde sie gelten, wenn du auf Wunsch des AG dein privat-Kfz einsetzen würdest, was ja bei dir auch nicht vorliegt...........

      also du darfst meiner Meinung nach nur auf die jährliche Steuererstattung im Rahmen des Einkommen/Lohnsteuerausgleichs hoffen

      Re: Privat Pkw ohne Entgelte nutzen?

      "wachopa55" schrieb:


      Muss ich Standposten mit eigenem PKW machen? :devil:


      das beinhaltet zwei Problemstellungen :

      1. Kann mich der AG zu diesem Einsatz per Direktionsrecht einteilen ?
      Da hilft uns das Nachweisgesetz weiter

      § 2 Nachweispflicht
      (1) Der Arbeitgeber hat spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen. In die Niederschrift sind mindestens aufzunehmen:
      ...............................
      4.
      der Arbeitsort oder, falls der Arbeitnehmer nicht nur an einem bestimmten Arbeitsort tätig sein soll, ein Hinweis darauf, daß der Arbeitnehmer an verschiedenen Orten beschäftigt werden kann,

      also : sieht der Arbeitsvertrag vor, daß man an verschiedenen Orten eingesetzt werden kann, darf der AG dich einseitig auch entsprechend einsetzen

      sieht der Arbeitsvertrag das nicht vor, kann er dich nur mit deinem Einverständnis
      zu derartigen Einsätzen "abkommandieren"
      wenn du aber nicht willst, musst du nicht,
      dann geht man zugunsten des AN davon aus, daß keine verschiedenen Orte vereinbart wären
      und dann kann der AG sein Anliegen nur per Änderungskündigung durchsetzen
      (gegen die man wiederum gerichtlich vorgehen könnte)

      2. Problem : Privat-Kfz

      Sollte dieser "Standposten" nun durch den Arbeitsvertrag gerechtfertigt sein, musst du zwar dort deine Arbeit zur angewiesenen zeit aufnehmen, aber ist es erstmal dein eigenes Problem bzw. liegt in deinem Ermessen, wie du dort hinkommst (Bahn, zu Fuß, Taxi, Moped...etc)
      Der AG kann dir nicht vorschreiben, das eigene Kfz zu benutzen,
      wenn zum Einsatz des eigenen Kfz vertraglich nichts vereinbart ist

      Auch könnte er nicht anweisen, dein privat-Kfz während dieses Standpostens zu nutzen, z.b. für evtl. Streifenfahrten, etc.
      zur Not müsste er dir ein Firmen-Kfz stellen,
      oder sich mit dir auf eine angemessene Vergütung für den Einsatz deines Autos einigen

      Re: Privat Pkw ohne Entgelte nutzen?

      ja cheffe hat mir aber eine reisekosten-abrechnung liste geben. da muss ich jeden monat ab geben , denoch eintragen. wiederrum habe ich auch nur den einem festen arbeits ort zu geteilt bekommen. da personal gebraucht wird bin d auch nur als sub.

      ah verstanden, danke.
      Der Arbeitgeber stellt dir unentgeldlich Material und Werkzeug zur Verfügung, mit dem du die Arbeit verrichten kannst, dazu zählt auch ein Fahrzeug für eine Sicherheitstätigkeit.

      Die von der Entfernung her angemessene Fahrt von zu Hause zum Arbeitsplatz und zurück ist allerdings dein Privatvergnügen.

      In vereinzelten Fällen treffen AG und AN eine Vereinbarung zur finanziellen Aufwandsentschädigung der dienstlichen Nutzung eines privaten Pkw. Hierbei sollte ein AN bedenken, dass die Fahrzeugkosten nicht allein aus den Spritkosten bestehen, sondern Versicherung, Steuer, Abnutzung, Werkstatt usw. anteilmäßig eingerechnet wird. Im Internet finden sich jede Menge Tabellen dazu.

      Die evtl. sogar vertragliche Verpflichtung eines Arbeitnehmers zur kostenlosen dienstlichen Nutzung seines Privat Pkw ist nach meiner Ansicht rechtswidrig.
      Hallo zusammen

      leider habe auch ich in letzter zeit öfter davon gehört das AG wie selbstverständlich davon ausgeht das der AN für den Arbeitsplatz seinen Privat PKW nutzt, ist mir selbst auch schon passiert bei einem Vorstellungsgespräch.
      Hätte mich auch nicht dagegen gestellt wenn er zugänglich gewesen wäre eine Aufwandsentschädigung zu zahlen ,das wollte er aber nicht.
      Gibt es da eigentlich eine rechtliche Handhabe ?
      @sekstar:
      In deinem Arbeitsvertrag sollte ein Satz stehen der in etwa so lautet: Mündliche Nebenabreden bestehen nicht."
      Damit gilt das geschriebene Wort. Wenn in deinem Arbeitsvertrag nichts zum Thema "dienstliche Nutzung des privaten PKW und dessen angemessene Vergütung" drin steht bleibt es.

      "Eine Dienstfahrt liegt vor, wenn sie auf Anweisung des Arbeitgebers erfolgt und allein dienstlichen Zwecken dient. " Und wenn dein Arbeitgeber dir das anweist hat er dir ein Dienstfahrzeug zu stellen. Oder es ist vertraglich vereinbart, dann gibt es aber auch eine angemessene Vergütung. Kostenfrei geht das nicht.
      Eine Dienstfahrt ist aber nicht der Weg zur Arbeit und zurück. Wie der MA an die Arbeit kommt ist sein Problem.

      Arbeitsverweigerung bedeutet, dass ein AN die vertraglich geschuldete Arbeitsleistung nicht ausführt, obwohl er dazu verpflichtet ist.
      Deren Inhalt bestimmt sich durch Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung, Tarifvertrag oder Gesetztestexte, aber auch durch Direktionsrecht des AG.
      Selbst wenn dein Arbeitgeber dir mittels Direktions- oder Weisungsrecht anweist deinen privaten PKW zu nutzen (ohne dass es in deinem Arbeitsvertrag steht) kannst du das ablehnen.
      Begründung: Zum einen unzumutbar, zum anderen liegt kein sog. Billiges Ermessen vor. Diese Anweisung fällt nicht in den Ermessensspielraum deines AG.
      Wenn er das möchte muss er mit dir eine Vereinbarung aufsetzen und diese als Anlage zum Arbeitsvertrag ablegen.


      Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
      Albert Einstein
      Sehr gut erklärt, @Maik82, das deckt sich mit meiner Rechtsauffassung. Der Sachverhalt dazu entstammt zum größten Teil dem BGB, dessen Texte teilweise über 100 Jahre alt sind. Dieses Altjuristisch ist für jemand der die Bedeutung einzelner Paragraphen und Zusammenhänge aus dem Gesetz nie erklärt bekommen hat, sehr schwer nachzuvollziehen.

      @sekstar2000
      Für dich eine wahrlich blöde Situation! Du kannst theoretisch zum Anwalt deines Vertrauens gehen und mit ihm zusammen eine Schadenersatzklage einreichen. Vermutlich bekommst du auch Recht und deine Kosten erstattet. Allerdings ist danach dein Arbeitsplatz nicht mehr wie vor!

      An deiner Stelle würde ich deshalb ...
      • mit deinem Chef in einem ruhigen Moment sachlich reden und für die Zukunft Kostenersatz verlangen, wenn du merkst er geht darauf ein, auch Kostenersatz für die Vergangenheit nachfordern;
      • oder mich so weit es geht weiter qualifizieren und mir eine andere Arbeitsstelle suchen, wo ehrlich mit den Beschäftigten umgegangen wird.