"Doorman" als als Kaufhausdetektiv

      "Doorman" als als Kaufhausdetektiv

      Hallo und guten Abend :zw:

      Selbstverständlich habe ich wieder mal eine Frage auf Lager, ihr habt diese Fragen bestimmt schon vermisst... :eng:

      Mal angenommen ich würde als KHD (Kaufhausdetektiv) arbeiten und würde gerufen werden, z.B. zur Information. Dort angekommen sagt man mir, ich solle in eine bestimmte Abteilung, da dort randaliert wird.

      Ist das meine Aufgabe? Muss ich das machen? Bin ich versichert, falls irgendetwas unplanmäßiges passiert? Bin ich dem Fall "ganz normal Security" oder beschränkt sich meine Aufgabe auf das Bewachen der Ware? Wenn die Ware durch einen Randalieren "angegriffen" bzw. beschädigt wird, MUSS ich dann was machen? Eig schon...aber muss ich denn da hin, wenn ich gerufen wurde? Gibt es dafür nicht extra Sicherheitsdienste (z.b. Dorrmen)?


      Kraftsport

      Re: "Doorman" als als Kaufhausdetektiv

      es ist dir sicherlich zuzumuten, dort mal vorbeizuschauen
      um im Rahmen deiner Möglichkeiten zu helfen,
      unabhängig davon, was nun im Arbeitsvertrag/Dienstanweisung genau deine Aufgabenstellung wäre

      auch wenn es jetzt z.b. brennen würde, oder ein Wasserrohrbruch anstünde,
      kannst du ja nicht einfach sagen, geht mich nichts an, ich bin als Detektiv eingesetzt,
      sondern müsstest helfen,
      sofern es dir ohne besondere eigene Gefährdung zuzumuten/möglich wäre

      § 323c StGB
      Unterlassene Hilfeleistung
      Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

      da du ja noch in einem speziellen Verhältnis zum Auftraggeber stehst,
      das insbesondere auch den Schutz seines Eigentums beinhaltet
      könnte man von dir noch etwas mehr Einsatz verlangen als von einem x-beliebigen Passanten, der einfach untätig bliebe, obwohl er helfen könnte

      Re: "Doorman" als als Kaufhausdetektiv

      Hallo

      Ich handhabe das meistens so, das ich dann in der besagten Abteilung vorbei schaue und mir erst einmal ein Bild von der Lage verschaffe. Je nach dem liegt ja auch eine Sachbeschädigung der Ware vor. In dem Fall müsste dann auch eine Anzeige deswegen verfasst werden.
      Wenn es sich nur um übermütige Jugendliche handelt die z.b. in der Sport Freizeit ihre "überschüssige" Energie ablassen wollen, mit Ausgestellten Rollern oder Kraftsport Artikel, und dabei laut gröhlen, bitte ich sie freundlich aber bestimmt sich zu benehmen. Kommen sie meiner "bitte" nicht nach, verweise ich sie des Hauses, da wir ja in dem im Sinne des Marktes handeln müssen und auch für ruhe und Ordnung im jeweiligen Markt sorgen müssen, wir sind halt Besitzdiener, und haben durch unsere Arbeit ja auch das Hausrecht. Da wir Dienstleister sind könnte man auch die Marktleitung fragen wie sie dieses Problem in Zukunft geklärt haben möchte, oder wenn die Zeit dazu bleibt, seinen nächsten Vorgesetzten fragen wie man sich Verhalten sollte.
      Aber meistens ist dazu ja keine Zeit ;)

      Meiner Erfahrung nach sind es wirklich meistens Jugendliche, die dann aber wenn man Vernünftig mit Ihnen spricht ganz schnell einlenken und Ihren Einkauf in Ruhe weiter erledigen.

      Wenn natürlich ein Wachmann/Doorman sich mit mir gemeinsam in dem Objekt befindet, schicke ich erstmal ihn vor, ich möchte ja als Detektiv nicht unnötig "verbrennen".
      Aber wann hat man das Glück das ein Markt sich einen Detektiv und einen Doorman gleichzeitig "leistet"???

      MfG IceMan

      Re: "Doorman" als als Kaufhausdetektiv

      Ich sage nur Garantenstellung ,wenn in Dir das Hausrecht übertragen wurde , hast Du rechtlich gesehen dafür einzutreten das ein bestimmter Erfolg (hier Sachschäden ) nicht Eintitt .Aus stafrechtlicher Sicht könnte es zu einem unechtem Unterlassungsdelikt (Sachbeschädigung nach 303 StGB ) reichen

      Re: "Doorman" als als Kaufhausdetektiv

      "mike123bln" schrieb:

      Ich sage nur Garantenstellung ,wenn in Dir das Hausrecht übertragen wurde , hast Du rechtlich gesehen dafür einzutreten das ein bestimmter Erfolg (hier Sachschäden ) nicht Eintitt .Aus stafrechtlicher Sicht könnte es zu einem unechtem Unterlassungsdelikt (Sachbeschädigung nach 303 StGB ) reichen


      halte ich für diskussionswürdig
      eine Garantenstellung eines Kaufhausdetektives
      zur Unterbindung von Randale im Laden grundsätzlich anzunehmen

      ebenso, ob es zu den Pflichten eines Kaufhausdetektives gehört, für "Ruhe und Ordnung" im Geschäft zu sorgen

      da müsste man sich schon den vereinbarten Vertrag anschauen........



      Die Übernahme entsprechender Überwachungs- und Schutzpflichten kann aber auch durch einen Dienstvertrag erfolgen. Dabei reicht freilich der bloße Vertragsschluss nicht aus. Maßgebend für die Begründung einer Garantenstellung ist vielmehr die tatsächliche Übernahme des Pflichtenkreises. Allerdings begründet nicht jede Übertragung von Pflichten auch eine Garantenstellung im strafrechtlichen Sinne.

      Durch die Übernahme eines Pflichtenkreises kann eine rechtliche Einstandspflicht im Sinne des § 13 Abs. 1 StGB begründet werden. Die Entstehung einer Garantenstellung hieraus folgt aus der Überlegung, dass denjenigen, dem Obhutspflichten für eine bestimmte Gefahrenquelle übertragen sind (vgl. Roxin a. a. O. S. 712 ff.), dann auch eine „Sonderverantwortlichkeit" für die Integrität des von ihm übernommenen Verantwortungsbereichs trifft (vgl. Freund in MünchKomm StGB § 13 Rdn. 161). Es kann dahinstehen, ob der verbreiteten Unterscheidung von Schutz- und Überwachungspflichten in diesem Zusammenhang wesentliches Gewicht zukommen kann, weil die Überwachungspflicht gerade dem Schutz bestimmter Rechtsgüter dient und umgekehrt ein Schutz ohne entsprechende Überwachung des zu schützenden Objekts kaum denkbar erscheint (vgl. BGHSt 48, 77, 92). Maßgeblich ist die Bestimmung des Verantwortungsbereichs, den der Verpflichtete übernommen hat. Dabei kommt es nicht auf die Rechtsform der Übertragung an, sondern darauf, was unter Berücksichtigung des normativen Hintergrunds Inhalt der Pflichtenbindung ist (vgl. BGHSt 43, 82).


      BGH, Urteil vom 17.7.2009 - 5 StR 394/08

      Re: "Doorman" als als Kaufhausdetektiv

      Hallo Kriegsrat,
      ja man müsste sich den Arbeitsvertrag des Mitarbeiters mal genauer ansehen.Grundsätzlich aber hast Du recht ,ich bin hier aber von dem Fall ausgegangen,das der Kaufhausdedektiv als einziger Sicherheitsmitarbeiter in dem Objekt arbeitet .LG mike123bln

      Re: "Doorman" als als Kaufhausdetektiv

      "mike123bln" schrieb:

      Grundsätzlich aber hast Du recht ,ich bin hier aber von dem Fall ausgegangen,das der Kaufhausdedektiv als einziger Sicherheitsmitarbeiter in dem Objekt arbeitet .LG mike123bln


      Was auch in der Regel nach meiner Erfahrung meistens so ist.

      Re: "Doorman" als als Kaufhausdetektiv

      aber trotzdem

      der Umstand, daß man sich für den einzigen "Sicherheitsmitarbeiter" hält,
      heißt trotzdem nicht,
      man wäre automatisch für die komplette Sicherheit zuständig,
      falls man nur als Detektiv beauftragt ist

      wie der Einzelne das dann vor Ort sieht, sei mal sein Problem ;)

      Re: "Doorman" als als Kaufhausdetektiv

      "kriegsrat" schrieb:

      aber trotzdem


      der Umstand, daß man sich für den einzigen "Sicherheitsmitarbeiter" hält,
      heißt trotzdem nicht,
      man wäre automatisch für die komplette Sicherheit zuständig,
      falls man nur als Detektiv beauftragt ist

      wie der Einzelne das dann vor Ort sieht, sei mal sein Problem ;)


      Oh wie wahr.
      Aber sowas ist nicht nur bei Kaufhausdetektiven zu finden sondern auch
      bei den normalen Wachleuten. Manche sind so drauf das die die Polizei/IHK/Heilsarmee
      anrufen weil auf dem benachbarten Grundstück pakete liegen.

      P.S Das mit der Heilsarmee war nur ein Joke. ;)

      Ich war auch mal Kaufhausdetektiv und einziger SMA im Laden aber ich
      durfte/musste mich nur um die Kunden (beschatten) kümmern und die
      Videoanlage bedienen.
      Guten Morgen,

      also bei uns ist es so, dass wir als Kaufhausdetektive keinerlei Hausrecht haben.
      Hausverbot an Diebe sprechen wir nur im Namen des Unternehmens und mit
      Rücksprache des Hausleiters durch. Die Rücksprache mit dem Hausleiter muss
      aber in den wenigsten Fällen geführt werden, da wir von ihm in der Hinsicht eine
      gewisse Entscheidungsfreiheit bekommen haben.

      Was Vorfälle im Haus angeht, z.B. Randale oder sonstiges schaue ich definitiv
      immer vorbei, nehme mir aber da immer einen Mitarbeiter des Hauses mit, der
      über das übertragene Hausrecht verfügt, da ich alleine leider keinen rausschmeissen
      kann. In der Regel hat das immer super geklappt und es gab noch keinerlei Probleme.

      Das gute ist das ich über die Kameras direkt abwägen kann ob ich direkt die Polizei
      einschalte bzw. wen ich am besten kontaktiere. Zur Unterstützung würde ich sowieso
      jederzeit mitgehen, egal was da los ist.