Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      Ja, ich finde, auch das gehört in die Rubrik Selbstverteidigung, denn ich finde nichts ist schwieriger, als der Kampf gegen die eigenen Ängste. Und auch wenn vielleicht nicht jeder gerne zugibt, dass er Ängste hat, sind sie dennoch da. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Für mich persönlich ist es sogar ein unaufhörlicher Kampf, denn wenn ich die eine Angst besiegt habe, kommt unwillkürlich die nächste Angst, meist entstanden aus schrecklichen Erlebnissen und Situationen, die im Joballtag immer wieder auf mich lauern.

      Im Prinzip wäre ich der perfekte Dauergast auf der Psychologe-Couch, aber leider übernehmen das die Krankenkassen nicht. Vielleicht können wir hier einpaar Möglichkeiten von Angstbewältigungsmaßnahmen zusammentragen? :)

      Wie kämpft ihr gegen Eure Ängste an? ;)
      „Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.“

      Thomas Jefferson

      Re: Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      Viele vielleicht mit Alkohol,und sicher das falsche Lösungsmittel.
      Ich bin ein recht gefestigter Mensch, eine sichere Arbeit, und ein gesicherter finanzieller Hintergrund ermöglichen dieses.
      Am wichtigsten ist mir aber meine Familie. Diese ist der Mittelpunkt und auch der Ruhepol in meinem Leben. Mit meiner Frau habe ich den Menschen gefunden, mit dem ich alles besprechen und sicher alles verarbeiten kann was an Schwierigkeiten und vielleicht auch mal Ängsten auf mich zukommt.

      Re: Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      Evolutionsgeschichtlich hatte die Angst eine wichtige Funktion als ein die Sinne schärfender Schutzmechanismus, der in Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten (z. B. Flucht) einleitet.
      ...
      Die körperlichen Symptome der Angst sind normale (also nicht krankhafte) Reaktionen, die bei (einer realen oder phantasierten) Gefahr die körperliche oder seelische Unversehrtheit, im Extremfall also das Überleben sichern sollen.


      Quelle: wikipedia

      Das mit dem intakten Hinterland ist schon ne wichtige Voraussetzung, finde ich auch. Allerdings habe ich sehr schnell begreifen müssen, daß man die dienstlichen Belange und damit auch verbunden die Ängste nicht mit in die Familie nehmen sollte. Sieggie hat Glück mit seiner Frau und ihrem Verständnis für ihn.
      Ich selbst hatte, wie man fast vermuten mag ;) , auch in etlichen Situationen Angst, die ich aber im Nachhinein betrachtet, ganz gut überstanden habe.
      Ja, was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen? Wenn es so weit ist, wie es die Frage aussagt, sollte man den beruf wechseln!! Wie gesagt, Angst hat jeder einmal, wer das leugnet, ist nicht ehrlich. Man darf sich aber nicht von der Angst beherrschen lassen. Mir hat es geholfen, daß ich ein relativ neugieriger Mensch bin. - Ich habe mich meistens den Ursachen der Ängste gestellt, alleine, mit Kollegen oder Freunden. Wenn die Ursachen für die Angst bekannt sind, kann man auch damit umgehen lernen und die Angst sogar positiv für sich ausnutzen.
      Bestimmte Standardsituationen, bei denen Angstgefühle aufkommen können, kann man auch "trainieren", Handlungsabläufe durchspielen und für sich festlegen (wie reagiere ich persönlich, wenn...)

      Unterscheiden sollte man die Angst von der Phobie, die wirklich psychologisch behandelt werden muß:

      Eine Phobie (v. altgriech. φόβος phobos, φοβία phobia „Furcht“/„Angst“), auch phobische Störung, ist eine krankhafte, das heißt unbegründete und anhaltende Angst vor Situationen, Gegenständen, Tätigkeiten oder Personen, allgemein vor dem phobischen Stimulus. Sie äußert sich im übermäßigen, unangemessenen Wunsch, den Anlass der Angst zu vermeiden
      Der Beitrag wurde nach bestem Wissen und Gewissen und zu den zum Zeitpunkt des Schreibens geltenden Forenregeln erstellt. Spätere Änderungen der Forenregeln haben keinen Einfluß auf den Inhalt des Beitrages.


      Grüße von der Ostseeküste

      Euer deputy

      Re: Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      Nichts gegen Angsthaber (bin manchmal selber einer) aber es gibt besonders im Türsteher Bereich nichts Schlimmeres, als mit Menschen zusammenarbeiten zu müssen, die Angst (z.b. vor Konfrontationen) haben. Das sind nämlich die - sorry, das ich das jetzt so ausdrücken muss- die einem im Ernstfall eigentlich den Rücken decken sollten, aber dann urplötzlich verschwunden sind. Das hatten wir schon einpaar mal gehabt, dass sich die Leute mitten in einer Schlägerei verdrückt haben und irgendwann später wieder auftauchen mit fadenscheinigen Ausreden. Sorry, aber solchen Leuten krieg ich Plaque, die sollten wirklich den Beruf wechseln, oder ihn gar nicht erst anfangen! :twisted:

      Re: Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      Okay, vielleicht habe ich mit meinem Titel etwas übertrieben...wobei ich schon zugeben muss, dass ich mich zeitweise schon beherrscht fühle, insbesondere dann, wenn mich die Ängste so einnehmen, das ein sinnvolles Handeln kaum mehr möglich ist - ich glaube, so etwas nennt man Panikattacke. Wir hatten mal vor einigen Jahren eine Situation, die mir heute noch Alpträume bereitet - es war ein Überfall auf die Diskothek in der ich arbeitete. 35 Albaner bewaffnet mit Baseballschlägern, Messern und Faustdicken Kabeln. Sie tauchten wie aus dem Nichts auf dem Vorplatz auf und schlugen auf alles ein, was irgendwie nach Security aussah. Und es waren zu diesem Zeitpunkt einige von uns draußen...und einer von Ihnen brüllte noch, dass wir die Türe verschließen sollten...

      Die Türe verriegeln? Die Kollegen draußen lassen?

      Ohne scheiß, das war für mich der traumatischste Augenblick überhaupt. Diese Türen zu verriegeln und durch die Sicherheitsscheibe sehen zu müssen, wie hier auf brutalste Weise zugeschlagen wurde. Ich sah unseren Blutüberströmten EL, ein andere lag auf dem Boden und man konnte nichts weiter tun, als das Handy zu nehmen und die Polizei zu rufen und nach unserem Sani zu schreien und aufgebrachte Gäste zu beruhigen...

      Fazit: Zahlreiche Platzwunden, Schnittverletzungen, Nasenbeinbrüche und von den Gegnern zunächst keine Spur.

      Nach dieser Sache konnte ich wochenlang nicht an der Türe arbeiten, weil mir ständig schlecht vor Angst wurde...ich hab meinen Dienst fast zwei Monate lang in den Innenbereich verlegen müssen. Und da muss ich zugeben, hier hat wirklich die Angst meinen Job beherrscht.
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      Thomas Jefferson

      Re: Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      Frag mich bitte nicht, wie ich reagiert hätte? Ich bin eigentlich der Typ, der draussen steht.
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      Grüße von der Ostseeküste

      Euer deputy

      Re: Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      @ wachsame:

      das kann ich gut nachvollziehen. So hatte ich mal den Fall, das irgendwann in den frühen Morgenstunden einer langen Disconacht ein Typ auf mich zu getorkelt kam, der Blutüberströmt war. Sagen konnte er nichts, sondern er hielt sich nur den Hals mit beiden Händen zu, an dem er unübersehbar blutete. Leute, ich konnte nichts machen! Ich habe den nur angestarrt und stand so unter Schock, dass ich noch nicht einmal in der Lage war irgendjemanden zu rufen. Irgendeiner reagierte dann und nahm sich dem Verletzten an, der, wie sich nachher rausstellte, Opfer eines abgebrochenen Flaschenhalses wurde. Ich habe noch nie zuvor in meinem ganzen Leben so viel Blut gesehen und ich denke, das war auch das Problem...der Realität gegenüberzustehen und das war es, was mir damals (ich war noch nicht so lange dabei) wirklich Angst gemacht hat dun mir sogar heute och teilweise Angst macht. :(

      Re: Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      Mann kann angst haben, es ist sogar gut angst zu haben, mann darf die angst nur nicht zeigen, und zu nah an sich ranlassen. den wenn es soweit ist, das du die angst jeden zeigst, und zu nah an dir ran lässt, solltest du vieleicht mal etwas länger urlaub machen, und wenn das nicht hilft, den job wechseln.

      wenn wir auf rockkonzerte, oder biker konzerte oder der gleichen sind, und ich laufe mit meinen kollegen streife, ha ich in der regel keine angst, wenn dan aber ein 2 meter mal 2 meter biker vor mir steht, und mich anpöpelt oder so, is es mir auch nich immer ganz wohlk in meiner haut, aber denoch ist es mein job, der gemacht werden muss, und da draf ich die angst auch nicht zeigen.
      meistens überspiele ich diese dan. in dem ich mit dem " Kunden " ein nettes und offenes freundschaftliches gesräch führe. alleine, das reicht sehr oft schon, das die person dan von selber geht. und wenn ich merke, das das nicht wirkt, gehe ich halt mitten im gespräch mit ihm richtung ausgang, das wir meistens garnicht bemerkt von den leuten, und am ausgang, stehen dan in der regel 6 - 8 weiterre kollegen, die ihn dan mit rausbefören können.

      wenn ich alleine streife laufen würde, und mich würde einer anpöpeln, und ich merke, das er aggressiv ist, zögere ich nicht lang, und hole über funk unterstützung,

      Re: Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      Biker sind cool! :mrgreen: Da habe ich auch weniger bis gar keine Angst, die sind nämlich voll nett...find ich! :bier:

      Ich glaube, dass man sich da manchmal selber bescheuert macht mit seinen Gedanken und Befürchtungen. Seit dem der Überfall damals passiert ist, habe ich urplötzlich eine richtige Paranoia vor Angreifern Südländischer Herkunft entwickelt...sie hatten plötzlich für mich alle das "Ich mach dich kalt" Schild auf der Stirn stehen...total bescheuert....aber man sieht ja selber wie schnell so etwas geht, das eine bestimmte Menschengruppe aus Angst in "Verruf" gerät - beste Beispiel: Der Terrorismus!
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      Thomas Jefferson

      Re: Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      Sicherlich sind Biker gut drauf, denoch weis jeder, das wenn gewisse leute ein par biere zu viel haben, diese nicht wirklich wissen, wer gerade vor ihnen steht, bzw, was gerade passiert, um so mehr vorsicht ist geboten bei betrunkenen leuten. ich will auf keine fal alle über einen kamm scheren, nur ist es mir aufgefallen, das gerade die leute einer solchen klinete angehören. sei es bei biker konzerte, rock konzerte, oder rock in park, ich glaube das ist das beste beispiel rock im park ( rock am ring 9 da gibt es jedesmal aufs neue schlägereien, mit security . mitarbeiter, die leute hupfen bei den Rettungswägen hinten drauf, und belstigen die patienten, und halten die sanis von ihrer arbeit ab. oder schmeisen die dixis klos um, oder brennen zelte an, und so weiter,

      Re: Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      Nachdem sich einmal jemand ein wirklich üblen Scherz mit mir erlaubt hatte - ich glaube ich hatte es hier irgendwo schon einmal erwähnt: die Diebstahlsicherung wurde mit in die Jacke geklebt - hatte ich richtig Paranoia, das mir dies noch einmal passieren könnte. Ich hatte mir wegen diverse Maßnahmen der Geschäftsleitung den Unmut sämtlicher Mitarbeiter auf mich gezogen udn musste somit täglich auf neue mit solch peinlichen "übergriffen" rechnen.

      Nicht ist schlimmer, als wenn der Kaufhausdetektiv plötzlich selbst zum Fokus wird, in dem er am Ausgang piept.... :?

      Re: Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      Hallo Wachsamer,

      glaube mir, jeder von uns war schon mal in einer brenzligen Situation. Angst ist normal, vergleiche es mit dem roten Licht am Armaturenbrett Deines Fahrzeuges. Mut ist die Ueberwindung von Angst. Mit jedem Kampf wirst Du staerker und je mehr Leute dich angreifen, desto haerter kannst entsprechende Gegenstaende zur Notwehr einsetzen.

      Ich wurde als Feigling geboren und bin mit jedem Kampf ein bisschen staerker geworden. Was Dich nicht toetet, macht Dich staerker, glaub mir. Sei vorsichtig und halte Deinen Kollegen weiter den Ruecken frei. Du schaffst das.

      Mit kollegialem Gruss aus Spanien

      Auslobungsdienstleister

      Re: Was tun, wenn Ängste plötzlich den Job beherrschen?

      ...Angst im Job...1993 Somalia,hier Belet Huen Zivil Hospital der Stadt Belet Huen.
      Seid Stunden war ich als Krankenpfleger/San Fw damit beschäftigt die kleinen plärrenden Babys,welche vor Angst und Schmerz wie am Spieß brüllten,Infusionsnadeln zwecks Infusionstherapie in die kleinen Kopfvenen zu stechen.
      Dabei schrieen die Kleinen nicht nur,sie ließen alles aus sich raus...Urin,Stuhl und jede Menge Angstschweiss vor diesem bösen weißen Onkel,der auch noch selbst stank wie ein Iltis.

      Die blöde Uniform war schon am Körper festgeklebt,als wenn ich so aus einer Wanne gestiegen wäre.
      Ist halt warm in Somalia.

      Zu allem Überfluß hatte ich selbst etwas Fieber und meine Unterlippe war durch einen megagroßen Herpes dick angeschwollen.
      Deswegen trug ich einen Mundschutz,in dem ich ein kleines Loch gemacht hatte für meine Zigarette.

      Dazu trug ich noch meine Brille mit hochklappbaren Sonnengläsern.

      Ein angetrunkener Kamerad hatte mir Tags zuvor die Harre geschnitten....kurzum ich hatte danach Glatze!
      Was für ein Bild muß ich für die kleinen Scheißer abgegeben haben?!?

      Ich glaube die hatten wirklich eine alles beherrschende Angst!

      Jedoch hier kam noch hinzu,soviele Babys...so viel Mütter!

      Alle plapperten und redeten in ihrer seltsam klingenden Sprache durcheinander...dazu die Babys..die Pisse die Kacke...und die dicke Lippe von mir...die Hitze...die klebenden Klamotten....und dann kam's!

      Der Supergau!

      Genau vor unserem Raum..Fenster fingen ca.50 Somalis einen Streit....nein eine riesen Schlägerei an.
      Für'n Moment dachte ich das kann nicht sein...is'n Scheiß Film...Alptraum...dann der Schrei:"Unser Dolmetscher wird zusammen geschlagen!"

      Das war mein Stichwort!

      Wie von selbst hatte ich mein G3 Gewehr in der Hand riss die Schulterstütze (Falli Model) heraus und stand vor den sich wie wild Prügelnden im Krankenhaushof.
      Laut und auf deutsch mit überschlagender Stimme rief ich:"Wenn hier jetzt nicht gleich Ruhe ist,reiß ich Euch allen den Arsch auf!Mann seid ihr bescheuert?

      Von einerauf die andere Sekunde stand alles Still....echt unheimlich...und 50 schwarze Gesichter mit den für Neger so weiß wirkenden Augen starrten mich an.Verstanden hatte mich keiner...oder doch?

      Da hatte ich plötzlich den Ball!

      Was nun machen?Ich blieb so stehen und schaute böse zurück.Sah ja auch echt Scheiße aus mit dem Mundschutz und den angeklebten Sachen..der Glatze und dem ollen Schießprügel!

      Jedenfalls passierte zunächst nichts!

      Bis....unsere somalische Krankenschwester in diese Grabesstille mit ihrer hellen Stimme platzte...etwas auf somalisch sagte meine Wumme aus meiner Hand nahm...sie allen zeigte und wieder rein ging.

      Nun stand ich da.ohne Wumme!Echt dummes Gefühl das!!!

      Reaktion der Meute...Lachen..alles setzte sich wieder oder stand in Gruppen und plauderte freidlich wie zuvor...nur ich stand und konnte das Ganze noch nicht richtig erfassen.

      Angst,ja die hatte ich auch...nachher als ich darüber nachdachte...und verstanden habe ich das was in diesen Minuten abging nie!

      Nicht die Situation...die Leute...und schon garnicht mein Verhalten!

      War es richtig..falsch...überzogen?

      Unheimlich war mir das Ganze beim Nachdenken jedoch immer,auch heute noch!


      MFG

      Peter