Maulkorbarbeit

      Re: Maulkorbarbeit

      Grundsätzlich stimme ich dir zu, Bonita - aber die Sache ist die: Du bist auf einem eingezäunten Gelände, auf welchen NIEMAND das Betretungsrecht hat und damit ist es unerheblich, ob dein Hund jemanden mutwillig oder versehentlich beißt.
      Denn wenn ich Stadtknecht richtig verstehe, bedeutet es: wenn der Gebissene sich nicht widerrechtlich auf dem Gelände aufgehalten hätte, dann wäre es nicht passiert. Und somit kann er keinen Schadensersatz verlangen, da er derjenige war, der die Situation herbeigeführt hat.

      Oder bin ich jetzt verkehrt? Stadtknecht? Cujo?
      "Wer in die Fußstapfen anderer tritt hinterlässt keine eigenen Spuren" (Wilhelm Busch)

      Re: Maulkorbarbeit

      das ist richtig was du sagst .. derjenige hat grundsätzlich nix auf dem Gelände zu suchen und du könntest denjenigen Anzeigen wegen Hausfriedensbruch übers STGB .
      Aber er wiederrum kann dich übers BGB verklagen, wenn ihm zb. auf dem Gelände etwas passiert.

      § 836
      Haftung des Grundstücksbesitzers

      (1) Wird durch den Einsturz eines Gebäudes oder eines anderen mit einem Grundstück verbundenen Werkes oder durch die Ablösung von Teilen des Gebäudes oder des Werkes ein Mensch getötet, der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist der Besitzer des Grundstücks, sofern der Einsturz oder die Ablösung die Folge fehlerhafter Errichtung oder mangelhafter Unterhaltung ist, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Besitzer zum Zwecke der Abwendung der Gefahr die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet hat.

      wenn bei uns auf der Baustelle einer einbricht und turnt auf dem Gelände rum und verletzt sich . ( bei uns wird gerade ein grosses Gebäude abgerissen ) dann haftet der Grundstückeigentümer. Egal ob der da was zu suchen hat oder nicht . Er macht sich übers STGB strafbar und der Grundstückeigentümer kann übers BGB belangt werden.

      Re: Maulkorbarbeit

      @ bonita ...

      § 16 Abs. 5 BGV C7

      Hundeführung ohne Führleine darf nur in Objektbereichen erfolgen, in denen eine
      Begegnung mit Dritten nicht zu erwarten ist.


      ... lies' bitte auch die Durchführungsanweisung zu § 16 Abs. 5 BGV C7:

      Dritte sind auch andere Hundeführer oder sonstige im Objektbereich eingesetzte Personen ...

      Fest an der kurzen Leine führen bedeutet, dass keine zu straffe Leinenhaltung erfolgt, jedoch fester Halt und ein ausreichender Sicherheitsabstand gewährleistet sind ...

      Ist ein sicherer Abstand, z. B. in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Menschenversammlungen, nicht möglich, so kann entsprechende Sicherheit durch einen angelegten Beißkorb erreicht werden ...


      Ich denke, das ist unmissverständlich ;) .

      ... lies' bitte aber auch nach im:

      - Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

      und in der:

      - Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1).

      Bei uns werden die Diensthunde grundsätzlich ohne Beisskorb, jedoch immer angeleint geführt. Es sei denn, wir müssen den Diensthund als Hilfmittel der körperlichen Gewalt (selbstverständlich nach Androhung) zum Stellen einer fliehenden Person einsetzen.

      Bei der Abwehr eines plötzlich geschehenden Angriffs auf den Diensthundführer oder auf den Diensthund selbst wird dieser ebenso ohne Beisskorb aber auch angeleint als Hilfsmittel der körperlichen Gewalt eingesetzt (hierbei ohne Androhung, weil in einer Notwehrsituation keine Zeit dafür bleibt).

      Re: Maulkorbarbeit

      Grundsätzlich gilt: Ein im gewerblichen Wachdienst eingesetzter Hund darf grundsätzlich (so wie du es ja auch schon selbst der BGV C7 entnommen hast Bonita) niemals gegen Personen eingesetzt werden. Die dort eingesetzten Hunde sind immer nur Meldehunde und dienen maximal der Notwehr als Hilfsmittel körperlicher Gewalt. Sprich der Hund darf maximal dann einen Menschen verletzen, wenn unmittelbar Leib oder Leben bedroht ist und kein anderes, ausreichend wirksames Mittel zum Schutze möglich und zeitnah einsetzbar ist. Dir droht in dem Falle, dass dein Hund freilaufend auf dem Gelände einen Angriff ausgeführt hat (auch trotz irgendeines Schildes - im Zweifel sogar dann erst recht, weil dem Hundehaltzer ja offensichtlich die Gefahr durch diesen Hund bekannt war) nicht nur zivilrechtlich ein Verfahren, sondern sogar im Ernstfalle eine strafrechtliche Belangung, hier sogar im Bereich der gefährlichen Körperverletzung.
      Im übrigen kann ich Cujo nur zustimmen was seinen letzten Antwortbeitrag betrifft.

      Re: Maulkorbarbeit

      @all, du bist verpflichtet, dein Grundstück ausreichend zu sichern; das heisst der Zaun muß hoch genug sein, es muß ein Tor vorhanden sein und zwar so das der Hund für niemanden eine Gefahr darstellt. Sollte dann jemand auf dein Grundstück gelangen, muß er erhebliche Anstrengungen vonstatten gehen lassen um dies erreichen. Dann ist es VORSATZ. So sollte man kein StGB oder BGB Konflikt bekommen. Wer natürliche Leute rein lässt und die dann gebissen werden, haftest du ...klar. Das gleiche gilt auch für Wohnungen. Sichern und wer vorsätzlich Einbricht hat Pech.

      Re: Maulkorbarbeit

      Zusätzlich muss bei uns ein Schild Din A 5 oder besser größer mit einem Bild des Hundes gut Sichtbar am Tor angebracht sein. Nur der Schriftliche Hinweis : Vorsicht bissiger Hund reicht, zumindest bei uns, nicht aus. Es gibt ja Bürger anderer Staaten die kein Deutsch verstehen. Dies ist die Begründung unseres Ordnungsamtes :) :rolleyes:

      Re: Maulkorbarbeit

      Horst, schaust du hier:

      "the_Laird" schrieb:

      Dir droht in dem Falle, dass dein Hund freilaufend auf dem Gelände einen Angriff ausgeführt hat (auch trotz irgendeines Schildes - im Zweifel sogar dann erst recht, weil dem Hundehaltzer ja offensichtlich die Gefahr durch diesen Hund bekannt war) nicht nur zivilrechtlich ein Verfahren, sondern sogar im Ernstfalle eine strafrechtliche Belangung, hier sogar im Bereich der gefährlichen Körperverletzung.


      Im Klartext: Wenn dein Hund bissig ist, hast du dafür zu sorgen, dass es nicht zu Beißunfällen kommt. Und durch das Anbringen von Schildern machst du deutlich, dass du es weißt...

      Re: Maulkorbarbeit

      ... wir sind gem. § 13 Abs. 2 BGV C7 verpflichtet, sogar an der äusseren Einfriedung ("Zaun umzu") unserer Zwingeranlagen das in der Anlage 2 zu BGV A8 unter Pkt. 1 aufgeführte Verbotszeichen P06 - "Zutritt für Unbefugte verboten" - anzubringen.

      Vielleicht sollte man das für den privaten Bereich so auch übernehmen ;) !

      Re: Maulkorbarbeit

      "Horst Lichter" schrieb:

      ... und als Diensthundeführer biste eh der Dumme ...


      ... sorry, aber erzähl' nicht so ein Käse :eek: ! Meine Hutschnur ist gerade im Begriff zu reissen :eek: !

      Ich bin selbst mehr als 5 Jahre ein solcher gewesen und habe das grosse Glück erfahren dürfen, in diesen 5 Jahren mit ein und demselben Diensthund arbeiten zu dürfen.

      Wenn man es versteht, mit diesem vierbeinigen "Kollegen" richtig zusammenzuarbeiten, sich mit ihm gemeinsam regelmässig der Ausbildung "hingibt", sich mit ihm gemeinsam an geltendes Recht und Gesetz hält und die einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften beachtet, seinem eigenen und "seinem" gesunden Menschen-/Hundeverstand folgt und - ganz wichtig - "ihn" nicht als lästiges "Arbeitsgerät am Band" ansieht und behandelt ... ist es einfach ein "Traumjob ;) .

      Glaub' mir ... ich habe schon viele gesehen und erlebt, die nach dem Motto ... "Isch abe ne krasse gefährlische Kampfund dabei, der machte Disch krass komplette kapuutt!" ... Diensthundführer sein wollten :eek: .

      Heute bin ich - so Gott sei Dank - in der glücklichen Lage, solche Hohlbratzen von einer Minute auf die nächste aus dem Dienst zu "entsorgen" oder gar nicht erst zuzulassen :o !

      Es gehört zu so einem Job auch ein Stück weit Passion und Liebe dazu und ... diese hat eben nicht jeder oder kann sie zumindest nicht entwickeln ;) !

      Man muss ganz einfach - gemeinsam mit seinem vierbeinigen "Kollegen" - sein Handwerk und Geschick VERSTEHEN!!! Du verstehst, was ich meine :o ???

      "Horst Lichter" schrieb:

      ... ich hab schon einen Strafbefehl bezahlen dürfen ...


      ... echt :o ? Selber Schuld ... da musst Du wohl irgendetwas verkehrt gemacht haben ;) !

      Re: Maulkorbarbeit

      Lieber Horst,

      es liegt mir wirklich fern, Dich mit meinem letzten Posting irgendwie persönlich anzugreifen (auch wenn ich Dich darin ein paar mal persönlich "angesprochen" habe) :o .

      Leider bist Du derjenige gewesen, der bei mir das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Bei jedem anderen Forenmitglied wäre mein Posting genauso ausgefallen ;) .

      Kurz zurück zum Thema ... wir sprechen in diesem Thread immerwieder von "Diensthunden" und deren Führern ...

      ... Ein Diensthund ist ein speziell für den hoheitlichen Aufgabenbereich ausgebildeter Gebrauchshund. Diensthunde gibt es insbesondere bei Polizei, Zoll und Militär. Diensthunde werden international von den entsprechenden staatlichen Organisationen eingesetzt. Sie werden von einem Diensthundeführer geführt. ...


      ... diese sind überhaupt nicht mit den sog. Wach- und Begleithunden zu vergleichen :o .

      Es bedarf nunmal zum Führen von Diensthunden einer besonderen Ausbildung, besonderer Kenntnisse und Fertigkeiten und eines hohen Masses an Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein. Es ist zu bedenken, dass Diensthunde im Rahmen ihrer Aufgaben als "Hilfsmittel der körperlichen Gewalt" recht- und gesetzmässig eingesetzt werden können und dürfen (und zwar nicht nur zur Abwehr eines Angriffes, sondern auch z. B. zum Stellen einer fliehenden Person) - genau wie der Diensthundführer dabei seine mitgeführte Schusswaffe einsetzen kann und darf :o .

      Ich habe einfach zuviele Kollegen gesehen, die diesen Umstand verkannt haben, weil sie völlig falsche Vorstellungen von dem Job "Diensthundführer" hatten. Und genau das führt zu den schweren Unfällen - bei denen vielleicht auch unbeteiligte Dritte schwer verletzt oder gar getötet werden - die Diensthunde und deren Führer in Verruf bringen.

      Ein Diensthundführer, der sorgfältig mit seinem Diensthund ausgebildet wurde und all' die in meinem letzten Posting aufgeführten Punkte beherzigt, kann nie "eh der Dumme" sein.

      Also nochmals Horst ... es ging mir nicht darum, Dich in irgendeiner Art und Weise persönlich anzugreifen. Falls Du es so verstanden haben solltest, ist es ein Missverständnis Deinerseits, was ich bedauern würde :crying: .

      Re: Maulkorbarbeit

      Hallo @ Easygo77


      Kuck einfach mal beim <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.bvwd.de/downloadbereich.php">http://www.bvwd.de/downloadbereich.php</a><!-- m --> vorbei da fidnest Du veileicht was.
      WDP I [258 KB] und DB-WDP I [359 KB] Wach- und DiensthundePrüfung Stufe I und Durchführungsbestimmung

      Gruß Hunter45 :cheers:

      Re: Maulkorbarbeit

      Maulkorb? Beißkorb bitte...

      Seid bitte vorsichtig bzw informiert Euch vorher bei Eurem zuständigen VetA: bei der Arbeit nach den von hunter45 erwähnten "BvWD-Prüfungsordnungen":
      in einigen Bundesländern machst Du Dir damit einen "Gefährlichen Hund" im Sinne der LandeshundeVO!!!

      Sehr lästig für Dich und Deinen Hund, und sehr teuer obendrein....

      Kaderlid

      Re: Maulkorbarbeit

      Hallo Kaderlid,
      was ist bitte ein Beißkorb??? Also ich habe einen Stoßkorb weil mein Hund damit stößt und nicht beißt! Mache ich mir damit einen gefährlichen Hund??? Also wenn jeder der einfachen VPG-Sport betreibt gleich einen gefährlichen Hund hält... mhhh? Dort wird ja gebissen und nicht gestoßen oder? Also ich arbeite auch regelmäßig mit anderen DHF oder dem Ordnungsamt und der Polizei zusammen und fachsimple natürlich auch mit denen. Ist ein Gefährlicher Hund nicht dann als Gefährlicher Hund einzustufen wenn er ein übersteigertes Aggressionsverhalten zeigt und da durch als nicht kontrollierbar eingestuft wird? Weiß nicht ob Stoßkorbarbeit ein übersteigertes Aggressionsverhalten fördert oder bewirkt?

      Bit besten Grüßen

      Re: Maulkorbarbeit

      Hi Easygo77, hi alle,

      also, ich sortier's mal der Reihe nach:

      "Beißkorb" ist die in Diensthundekreisen übliche Bezeichnung für "Maulkorb".
      Ein Beißkorb (oder auch Maulkorb) ist dazu gedacht, ungewollte / unverhältnismäßige Verletzungen von Menschen zu vermeiden (ich sprech jetzt mal von unserem Berufsfeld).

      Ein "Stoßkorb" ist speziell dafür ausgelegt, dass der Hund damit gut und effektiv stoßen, also, überspitzt gesagt, "bestmöglich" verletzen kann.

      Es gibt Beißkörbe, mit denen der Hund auch gut stoßen kann (wobei "gut" hier meint: effektiv, um in Notwehrsituationen die nötige "Luft" zum Angreifer zu schaffen, UND dass der Hund sich nicht verletzt).

      Ja, ich weiß: das drückt ein "dagegen" aus (Beißkorb), das andere ein "dafür" (Stoßkorb).
      Aber sowas kennen wir ja auch von anderen Wortverbindungen: Schweineschnitzel sind aus Schweinen, aber Jägerschnitzel nicht aus Jägern ;)

      Im VPG-Sport beißen die Hunde, in der Tat, aber eben nur in dem ganz spezifischen Szenario der hundesportlich orientierten Ausbildung: Hundeplatz, Verstecke, Schutzkleidung des Helfers... um nur einige zu nennen.
      Sie beißen auch in einer ganz anderen Motivations- und Stimmungslage als der Diensthund.
      Weil das so ist, haben es die VPG-Sport-Gegner bislang trotz aller Bemühungen bislang nicht geschafft, die sportliche Schutzdienstausbildung zu kriminalisieren, und deshalb werden Hunde durch hundesportliche Ausbildung / Prüfungen keine "gefährlichen Hunde" im Sinne der VOen.

      Die Definitionen, was in den einzelnen Bundesländern unter "gefährlichen Hunden" verstanden wird, sind in den jeweiligen Hunde-VOen ziemlich genau definiert. Frag mal Deine verbeamteten DH-Kollegen, wenn Du das nächste mal mit ihnen fachsimpelst: die wissen das.
      Übersteigertes Aggressionsverhalten oder Unkontrollierbarkeit braucht es jedenfalls da gar nicht: das beliebte "Anspringen in Gefahr drohender Weise" reicht da schon, wenn man Pech hat ....

      Im LHundG NRW steht in §3 Abs.3.2:
      [bIm Einzelfall gefährliche Hunde sind:.... 2.:Hunde, mit denen eine Ausbildung zum Nachteil des Menschen, zum Schutzhund oder auf Zivilschärfe begonnen oder abgeschlossen worden ist.[/b]

      Ich habe das ja nicht erfunden, sondern bin selbst vor einiger Zeit von DHF-Kollegen aus NRW darauf gestoßen worden. Konnte es nicht glauben, habe recherchiert - und siehe da, es stimmt...

      Die meisten Amtsveterinäre sind eigentlich sehr nett (das ist zumindest meine Erfahrung).
      Daher schadet es bestimmt nicht, mal ganz unverbindlich ( :cool: ) vorher nachzufragen, bevor man sich mitsamt seinem DH in die Nesseln setzt...

      Es grüßt aus der Nachtschicht

      Kaderlid