Die Forderungen der Berufsgenossenschaft

      Die Forderungen der Berufsgenossenschaft

      In der BGV C 7 (vorherige VBG 68) Wach- und Sicherungsdienste sind unter § 12 die Anforderungen an einen Diensthund geschildert, auch was seine Ausbildung betrifft.

      [center]§ 12
      Hunde
      [left](1) Als Diensthunde dürfen nur geprüfte Hunde mit Hundeführern eingesetzt werden. Hunde, die für die Aufgabe nicht geeignet sind, die zur Bösartigkeit neigen oder deren Leistungsstand nicht mehr gegeben ist und die dadurch Personen gefährden können, dürfen nicht eingesetzt werden. DA

      (2) Abweichend von Absatz 1 dürfen auch ungeprüfte Hunde zu Wahrnehmungs- und Meldeaufgaben eingesetzt werden, wenn hierbei der Führer seinen Hund unter Kontrolle hat.

      (3) Eine Überforderung der Hunde durch Ausbildung und Einsatz ist zu vermeiden.

      DA zu § 12:
      Als Diensthunde sind nur Hunde geeignet, die für die vorgesehenen Aufgaben ausgebildet sind, eine entsprechende Prüfung mit Erfolg abgelegt haben und deren Eignung bei Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich, erneut geprüft wird.

      Angemessene Qualifikationen sind z.B. Gebrauchshundprüfungen entsprechend der Schutzhundprüfung A sowie Diensthundprüfungen der Bundeswehr, des Bundesgrenzschutzes, der Polizei und des Zolls.

      Ein aus Hundeführer und Hund bestehendes Team, das seine Befähigung nicht gemeinsam nachgewiesen hat, ist für Schutzaufgaben erst einsetzbar, wenn der Hundeführer den Hund so unter Kontrolle hat, dass er ihn in der Unterordnung und in den Teilen des Schutzdienstes beherrscht, die dem Aufgabenspektrum des Teams entsprechen, z.B. Personenkontrolle, Abwehr eines Überfalls, Eigenschutz.

      Voraussetzungen für den Einsatz ungeprüfter Hunde sind, dass die Hunde

      nur für Wahrnehmungs- und Meldeaufgaben, nicht jedoch für darüber hinausgehende Schutzaufgaben verwendet werden
      sowie
      nicht bösartig sind und sich ihrem Führer eindeutig unterordnen.
      Die Überforderung eines Hundes durch Ausbildung und Einsatz kann dazu führen, dass der Hund nicht mehr für seine Aufgabe geeignet ist und sowohl den Hundeführer als auch andere Personen gefährdet.

      Überforderungen werden z.B. vermieden, wenn für jeden Hund

      die Ausbildungs- und Trainingsinhalte einschließlich spielerischer Übungen zur Vertiefung der Bindung an den jeweiligen Hundeführer sich an der Veranlagung und dem Leistungsstand des Hundes orientieren,
      Ausbildung oder Training regelmäßig durchgeführt werden und ausschließlich hierfür eine Dauer von ca. 15 Minuten pro Trainingstag ohne spielerische Übungen angesetzt wird,
      der Schutzdienst mindestens einmal in der Woche geübt wird,
      die Dauer des einzelnen Einsatzes nicht mehr als zwei Stunden beträgt und zwischen zwei Einsätzen mindestens eine Ruhepause von zwei Stunden, nach der Fütterung von mindestens vier Stunden eingehalten wird
      sowie
      die tägliche Gesamtbelastungsdauer zehn Stunden nicht überschreitet.
      Beim Einsatz von Leihhunden werden die Vorgaben zur Vermeidung von Überforderungen und Gefährdungen in der Regel nicht erfüllt, weil die anzustrebende Teambildung zwischen Hundeführer und Hund grundsätzlich nicht erreicht wird.

      Siehe auch:

      Tierschutzgesetz,
      Prüfungsordnung für Diensthunde der Bundeswehr.
      ...[/left][/center]


      Während meiner Dienstzeit als Hundeführer war ich nicht im Bereich der Bundeswehr eingesetzt. Dort war eine regelmäßige Ausbildung und Prüfung nach der Prüfungsordnung der Bundeswehr zwingend notwendig.
      Im normalen Dienstgeschehen als Hundeführer reichte es, wenn bei Dienstaufnahme der Hund vorgestellt wurde und der Hundeführer und der Hund auf Grund ihres Ausbildungsstandes und seines Wesens als geeignet eingeschätzt wurden. Dann war eine jährlich abzulegende Prüfung nachzuweisen, sicherlich kein Problem für ein aktives Mitglied im Hundesportverein.
      Dabei war es egal, um welche Art der Prüfung es sich handelte, zumindest in den Firmen, in denen ich tätig war.
      Der Beitrag wurde nach bestem Wissen und Gewissen und zu den zum Zeitpunkt des Schreibens geltenden Forenregeln erstellt. Spätere Änderungen der Forenregeln haben keinen Einfluß auf den Inhalt des Beitrages.


      Grüße von der Ostseeküste

      Euer deputy

      Re: Die Forderungen der Berufsgenossenschaft

      Lieber Kollege,

      dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Ich, für meine Person hielt es für ausreichend, einem Hund mittels einer Unterordnung, die der Hund aus Begeisterung und NICHT AUS ANGST und schon gar nicht mit geschrieenen Kommandos freudig durchführte.

      Es genügte, wenn der eventuelle Gegner glaubte, dass dieser "Diensthund" alles mache, was der Hundeführer mache. So hatte ich den im Bild gezeigten weissen Schäferhund bei der Sicherung eines umstrittenen Politikers in Frankfurt am Main dabei. Die in abstand stehenden Polizeibeamten grinsten, als sie mich mit meinem "tuntigen Schneewittchen" sahen, denn der weisse Schäferhund wurde auch lange von mir als "Milchbrötchen" angesehen. Ein Türke mit einem aufgeregt bellenden Kangal näherte sich und mein Hund stand mit durchhängender Leine neben mir legte die Ohren an und bestand nur noch aus gefletschten Zähnen, ohne auch nur einen Ton abzugeben. :satan:
      Das gab unerwartetes Schulterklopfen vom Leiter dieser Polizeieinheit und den Satz:"Wir haben auch so einen Weissen, den wir nur in besonderen Fällen zum Einsatz bringen."
      Mit diesem Hund, aber auch mit einem Alaskan Malamute arbeitete ich in multikulturellen Problemzonen, wo sich Personen mit Migrationsproblemen im Handel mit halbsynthetischen Bewusstseinsaufhellern mit "Listenhunden" Angst und Schrecken verbreiteten.

      Auch unser örtlicher Jagdpächter hatte keinen Einwand, wenn ich im Wald (am Frankfurter Flughafen gibt es viel Wild) meine Hunde ohne Leine führte. Sie waren an einer "verbalen Leine". :bier:

      MfG
      auslobi