DER WUNSCH-AZUBI DER SICHERHEITSGEWERBES

  • Zum Ende des Sommers veröffentlichen die großen Firmen des Sicherheitsgewerbes ihre Standard-Pressemitteilungen, in denen sie sich über ihre neuen Auszubildenden freuen. Außer der Zahl der Azubis und dem gewohnten Hinweis darauf, dass es noch offene Ausbildungsplätze gibt, enthalten die Meldungen leider wenig Informatives – eine der vielen verpassten Gelegenheiten, über die Attraktivität des Sicherheitsberufs aufzuklären. Und wenn man weitere Ausbildungsplätze besetzen möchte, wären ein paar motivierende Hinweise, beispielsweise zum Anforderungsprofil und zu konkreten Karrieremöglichkeiten, vielleicht auch nicht verkehrt. Gerne unterstützt „Marktplatz Sicherheit“ dabei, das nachzuholen, und fragt daher unter anderem: Wie sieht eigentlich der „Wunsch-Azubi“ des Sicherheitsgewerbes aus?

    Die neuste Frage in die Runde gibt es exklusiv auf www.marktplatz-sicherheit.de


    Hier geht's direkt zur Frage in die Runde: https://marktplatz-sicherheit.…n-die-runde/wunsch-azubi/

  • Hallo, danke für den Input.

    Ausbildung, Fachkräfteförderung und Mitarbeiterakquise ist ein spannendes Thema und bewegt mich seit 2012.

    Meiner Wahrnehmung nach haben wir leider immer noch zu viele Fachkräfte auf dem Markt, welche Sachkundetarif bekommen.

    Oder aus einer anderen Perspektive haben wir zu viele Sachkunde- und Unterrichtungsmitarbeiter. :D


    Diese Diskrepanz lässt sich leider nicht schönreden. Ich sehe hier die Firmen in der Verantwortung die Qualifikation stärker zu honorieren.

    Natürlich haben die Auftraggeber ebenfalls einen großen Einfluß, es wäre zu begrüßen wenn das kommende Sicherheitsgesetz unter dem Innenministerium stärker auf die Qualifikationen bei spezifischen Tätigkeiten eingeht und hier verpflichtende Standards setzt.

    Schauen wir mal wie sich das Gewerbe entwickelt.


    Bleibt gesund!

  • Meiner Wahrnehmung nach haben wir leider immer noch zu viele Fachkräfte auf dem Markt, welche Sachkundetarif bekommen.

    Das ist immer wieder der gleiche Denkfehler. Eine Fachkraft wird nach der Stelle bezahlt, die sie besetzt. Wenn eine Fachkraft auf einer Stelle für einen Mitarbeiter mit Sachkundeprüfung eingesetzt wird, dann wird eben auch die Fachkraft nur nach dem Tarif für die Sachkunde bezahlt.
    Wenn der Ingenieur sich darauf einlässt, eine Stelle als Hofkehrer anzunehmen, wird er auch nur als Hofkehrer bezahlt.
    Wenn die Fachkraft also den Arbeitsvertrag für eine Sachkundestelle unterschreibt, ist sie selber schuld und braucht nicht herumzujammern, dass sie keinen Fachkrafttarif bekommt.
    Nötigenfalls muss eben auch die Fachkraft dorthin gehen, wo Fachkräfte gebraucht werden und zumindest nach Tarif, inzwischen teils auch übertariflich bezahlt werden, z.B. in Südbayern.
    Nicht die Arbeit kommt zur Fachkraft, sondern die Fachkraft muss dorthin gehen, wo ihre Qualifikation gebraucht und auch bezahlt wird.

    Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
    Konfuzius

  • Baldrian, du tust hier vielen Leuten Unrecht, viele dieser von dir benannten Personen machen einen sehr guten Job.

    Ich habe schon manch gut ausgebildeten gesehen, der ist an unserem Objekt verzweifelt, von furchtbaren Fehlern in der Rechtschreibung, zum Beispiel bei Verbandbuch Einträgen mal abgesehen.

    Ist das nicht ein wenig ungerecht gegenüber den (einfachen) Mitarbeitern?

  • Hallo, danke für die Antworten.

    Wenn die Fachkraft also den Arbeitsvertrag für eine Sachkundestelle unterschreibt, ist sie selber schuld und braucht nicht herumzujammern, dass sie keinen Fachkrafttarif bekommt.
    Nötigenfalls muss eben auch die Fachkraft dorthin gehen, wo Fachkräfte gebraucht werden und zumindest nach Tarif, inzwischen teils auch übertariflich bezahlt werden, z.B. in Südbayern.
    Nicht die Arbeit kommt zur Fachkraft, sondern die Fachkraft muss dorthin gehen, wo ihre Qualifikation gebraucht und auch bezahlt wird.

    Die Fachkraft unterschreibt erstmal einen Arbeitsvertrag. Die geplante Stelle ist selten Vertragsgegenstand, korrekt?

    Auf welche Stelle diese dann kommt, ist mehr oder weniger Unternehmerwillkür.

    Man darf nicht vergessen, dass wir Zeitarbeiter Deluxe sind und keine Festangestellten beim Kunden.

    Und nebenbei zu erwähnen bleibt auch, dass durch die ARGE und JC zumutbare Arbeit angenommen werden muss. Es verhält sich also nicht grad so, dass man sich den Job aussuchen könnte. Sicher, wenn man unter Vertrag ist, kann man sich umsehen und Bewerbungen schreiben. Manche machen dass auch, aber letzendlich siegt doch häufig die Bequemlichkeit des Bekannten. Da ist jeder für sich in der Verantwortung, da hast du schon recht.


    Und bezüglich der angesprochenen Binnenmigration.

    Es ist doch eher nicht zu erwarten Frau, Kinder und soziales Umfeld für einen Job zu verlassen der regelmäßigen Ausschreibungen unterliegt und unterm Strich ein paar mehr Euro zu bekommen, die dann wieder für die höheren Lebenshaltungskosten draufgehen, oder?

    Die Arbeitgeber im bezugnehmenden Interview sagen doch dass sie für den Eigenbedarf ausbilden, also wo sind dann die Fachkräfte in den neuen Bundesländern? Warum sind mittlerweile viele GSSK bis FKSS am Markt, die nicht Qualifikationsorientiert eingesetzt, bzw. bezahlt werden?

    Allein in meinem Cholerikum gibs 4 GSSK die Sachkunde, bzw. Unterrichtungstarif bekommen.

    Ok, vielleicht ist mein AG (hoffentlich) nicht representativ für Sicherheitsunternehmen, aber das ist halt meine Wahrnehmung ^^.


    Baldrian, du tust hier vielen Leuten Unrecht, viele dieser von dir benannten Personen machen einen sehr guten Job.

    Ich habe schon manch gut ausgebildeten gesehen, der ist an unserem Objekt verzweifelt, von furchtbaren Fehlern in der Rechtschreibung, zum Beispiel bei Verbandbuch Einträgen mal abgesehen.

    Ist das nicht ein wenig ungerecht gegenüber den (einfachen) Mitarbeitern?

    Hey, keine Frage. Es gibt Sachkundler, die haben mehr drauf als eine GSSK. Wer 15 Jahre als SK-SMA gearbeitet hat, der bekommt einiges mit und hat sicherlich Vorteile zu jmd. der vor 3 Monaten die GSSK anerkannt bekommen hat.

    Bei SKSS und FKSS seh ich das schon bissl anders, bei den Prüfungen bekommt man nix geschenkt und diese Abschlüsse sind hart erarbeitet. Da setz ich schon voraus, dass der SMA auch entsprechendes Fachwissen und Kompetenzen vorhalten kann. Aber klar, nicht jeder ist für die Praxis geschaffen und Theoretiker braucht die Branche auch.


    Aber grundsätzlich würde ich mir wünschen dass langfristig die Sachkundequalifikationen und Unterrichtungsqualifikationen abgeschafft werden und die GSSK, oder eine vergleichbare QUalifikation, als Mindestqualifikation genommen wird. Und die von dir angesprochenen Mitarbeiter, die einen hervorragenden Job machen, freuen sich bestimmt auch, dass Ihr Wissen und Berufserfahrung nun endlich auch finanziell anerkannt wird, weil der Arbeitgeber die MA. in Weiterbildungen stecken muss um weiter marktfähig zu bleiben.

    Dadurch wird das Humankapital verknappt, welches dann im Wert steigt und es findet eine Professionalisierung unserer Branche, ähnlich wie in Schweden, statt.

    Und die Gesellschaftliche Anerkennung steigt damit auch und läst sich gut mit der geplanten Umsiedlung zum Innenministerium vereinen.


    Nochmal, es geht mir nicht darum unsere SK-SMA zu diskreditieren. Es geht mir um eine Professionalisierung und Wertsteigerung unserer Branche. Und da ist Ausbildung und Weiterqualifizierung im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses unverzichtbar.


    Danke und ich bin gespannt auf eure Antworten oder Feedback :)

  • Das mit der Weiterbildung ist toll, doch die Sicherheitsfirmen scheuen die Kosten. Ich wäre dankbar, wenn ein paar Kollegen von mir wenigstens einen EDV Grundkurs von der Firma bezahlt kriegen würden, das wäre schon sehr hilfreich!

    Ich musste schon viele Leute einarbeiten, die Sicherheitsfirmen müssten schon im Vorfeld irgendwie Tests machen was EDV Kenntnisse angeht, oft wird nur gefragt ob man einen PC bedienen kann, das ist mir zu lasch. Wenn es sich bei der Einarbeitung erst herausstellt, das es da eklatante Schwächen gibt ist es schon zu spät.

    Viele kommen nach ein paar Tagen gar nicht mehr, andere erscheinen erst gar nicht. Es ist schwer gescheite neue Leute zu bekommen, ob sie eine gute Ausbildung haben oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

    Ich sehe hier ein Problem bei der Motivation, was ich mir auch nicht so recht erklären kann. Ich finde es übrigens toll, das Baldrian auf meine Meinung so korrekt reagiert hat, das ist sehr professionell. Das ist jetzt nicht um mich zu prahlen, wir haben Leute mit Sachkunde Prüfung, sowie einen Gelernten, dennoch wollte der Kunde und auch unsere Firma, das ich der Team Leiter werden soll.

  • Die Fachkraft unterschreibt erstmal einen Arbeitsvertrag. Die geplante Stelle ist selten Vertragsgegenstand, korrekt?

    Im Arbeitsvertrag ist doch auf jeden Fall die Entlohnung angegeben. Und daraus ergibt sich wie der Arbeitnehmer bezahlt wird - als Fachkraft oder für die Sachkunde.

    Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
    Konfuzius

  • Im Arbeitsvertrag ist doch auf jeden Fall die Entlohnung angegeben. Und daraus ergibt sich wie der Arbeitnehmer bezahlt wird - als Fachkraft oder für die Sachkunde.

    Hallo Nemere ,

    Unter dem Punk Vergütung steht doch häufig sowas:

    Der Arbeitnehmer erhält eine Vergütung nach dem jeweils geltenden Tarifvertrag.


    Wenn auf deinem Vertrag numerisch festgelegt ist, wieviel du verdienst, beglückwünsche ich dich zu deinem scheinbar tollen AG :)

  • Wenn auf deinem Vertrag numerisch festgelegt ist, wieviel du verdienst, beglückwünsche ich dich zu deinem scheinbar tollen AG :)

    Mein Arbeitsvertrag läuft als leitender Angestellter, er ist frei verhandelt, ohne jeden Bezug auf irgendeinen Tarifvertrag. Wenn Du einen Arbeitsvertrag unterschreibst, in dem nicht klar geregelt ist, welche Tarifgruppe des Tarifvertrags für Dich zur Anwendung kommt, bist Du selbst schuld. Im Arbeitsvertrag muss nach § 2 des NAchweisgesetzes auch eine Aufgabenbeschreibung enthalten sein. Auch diese sollte dann eben so formuliert werden, dass daraus deutlich hervorgeht in welcher Funktion (Fachkraft oder Sachkundeprüfung) Du eingesetzt bist.

    Noch zu Deinem Satz oben

    Quote


    Warum sind mittlerweile viele GSSK bis FKSS am Markt, die nicht Qualifikationsorientiert eingesetzt, bzw. bezahlt werden?

    Weil sie offensichtlich in Bereichen arbeiten - örtlich oder funktionell - , wo diese Qualifikation nicht gebraucht wird. Ich kann nur wiederholen: Die Leute müssen dorthin gehen, wo ihre Ausbildung nachgefragt wird.
    Ein Spezialist für CNC-Fräsen wird auch nicht in der Dorfschmiede im tiefsten bayerischen Wald eine seiner hochwertigen Ausbildung adäquat bezahlte Stelle finden. Auch er wird mobil sein müssen und sich einen metallverarbeitenden Betrieb suchen müssen, der ihn braucht und entsprechend bezahlt. Und dann muss er eben pendeln oder umziehen.
    Work-Life-Balance, soziales Umfeld usw. ist alles wunderschön und toll - aber Du musst Arbeitgeber finden, die hier mitspielen und das bezahlen. Dort wo ein Mangel an Fachpersonal herrscht, werden die Firmen zu entsprechendem Entgegenkommen und Gegenleistungen bereit sein, weil sie das Personal sonst nicht bekommen.
    Auf dem platten Lande sind aber offenbar die Auftraggeber nicht unbedingt bereit, höherqualifiziertes Sicherheitspersonal zu bezahlen, sondern sie begnügen sich mit den Mindestanforderungen. Darüber kann man jetzt lamentieren, ändern wird sich das nicht. Ob sich die gesetzlichen Voraussetzungen für Sicherheitskräfte verschärfen werden, ob es irgendwann einmal ein Gesetz für private Sicherheitsdienstleistungen geben wird, das mag alles wünschenswert sein, ich sehe es aber in absehbarer Zeit nicht.
    Bei der sich abzeichnenden Wirtschaftsflaute und der noch gar nicht überschaubaren Wandlung des gesamten Industriebereichs (Stichwort Wirtschaft 4.0 usw.) glaube ich nicht, dass hier in den nächsten Jahren große Verbesserungen erfolgen. Wir können froh sein, wenn die deutsche Wirtschaft hier einigermaßen mit einem blauen Auge davonkommt. Es gibt inzwischen Firmen, die voll auf diesen Zug aufgesprungen sind. Die gesamten Produktionsanlagen sind in Containern montiert und werden dort eingesetzt, wo am billigsten produziert werden kann. Dazu gibt es eine hochqualifizierte und sehr gut bezahlte Stamm-Belegschaft aus deutschen Fachkräften, von denen allerdings ganz selbstverständlich erwartet wird, dass die weltweit mobil sind.
    Mobilität und Flexibilität fehlen heute noch bei sehr vielen unserer Arbeitnehmer - auch wenn mich jetzt wieder viele für diesen Satz zerreißen werden. Jeder Asylbewerber macht uns vor, was Mobilität und Flexibilität global bedeuten, wenn er aus dem tiefsten Afrika unter völlig unkalkulierbaren Risiken sich nach Europa begibt. Wobei ich die Asylpolitik unserer Regierung in keiner Weise gut heiße!
    Aber jetzt nimmt die Diskussion globale Ausmaße an.

    Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
    Konfuzius

    Edited once, last by Nemere ().

  • Danke für deine Antwort,

    grundsätzlich hast du ja nicht Unrecht, auch wenn ich den Vergleich des hungernden Afrikaners der um sein Leben fürchtet, mit einem lohngedumpten outgesourcten SMA schon krass und diskutabel finde.

    Aber ich verstehe was du so pointierst zum Ausdruck bringen möchtest.

    Im Arbeitsvertrag muss nach § 2 des NAchweisgesetzes auch eine Aufgabenbeschreibung enthalten sein. Auch diese sollte dann eben so formuliert werden, dass daraus deutlich hervorgeht in welcher Funktion (Fachkraft oder Sachkundeprüfung) Du eingesetzt bist.

    Dies stimmt allerdings so nicht, § 2 gibt vor, Zitat:

    Quote

    5.eine kurze Charakterisierung oder Beschreibung der vom Arbeitnehmer zu leistenden Tätigkeit,

    Das wars und der Vermerk das Bewachungsdienstleistungen Vertragsgegenstand sind, reicht hier vollkommen aus.

    Möglich dass es in anderen Regionen üblich ist, die Qualifikation zum Vertragsgegenstand zu machen. In Berlin ist dies nicht üblich, soweit ich das Überschauen kann und würde unternehmerisch auch wenig Sinn machen.

  • Hallo,


    da muss ich jetzt aber auch mal meinenSenf dazu geben.....


    Quote

    Das hier:


    Mobilität und Flexibilität fehlen heute noch bei sehr vielen unserer Arbeitnehmer - auch wenn mich jetzt wieder viele für diesen Satz zerreißen werden.



    Es ist aber ein gewaltiger Unterschied, ob ich mich zum B. nach Bayern zu BMW als AN begebe und davon ausgehen kann,das ich das zumindest die nächsten 10 Jahre bleibe oder ob ich im Wachgewerbe zu einer Stelle als FSSK zum B. gehe,die in 3 oder 5 Jahren durch Ausschreibung plötzlich gar nich mehr da ist oder bei einer Sicherheitsfirma, die zu den Lohndrückern zählt.



    Und das

    Quote

    Jeder Asylbewerber macht uns vor, was Mobilität und Flexibilität global bedeuten, wenn er aus dem tiefsten Afrika unter völlig unkalkulierbaren Risiken sich nach Europa begibt



    ist doch wohl jetzt nicht ernstgemeint von dir ?


    Dann erkläre mal ,warum die ALLE (sogar mit Gewalt...siehe die diversen Berichterstattungen der letzten 3 jahre in den Mediatheken der TVSender) unbedingt nach DEUTSCHLAND wollen ?


    Das man hier Fürstengehälter an Sozialleistunegn bekommt wird bestimmt damit nichts zu tun haben......im Vergleich zu den 3,50 € Monatslohn in diversen Ländern Afrikas....:cursing:

  • ist doch wohl jetzt nicht ernstgemeint von dir ?

    Natürlich ist das ernstgemeint. Deutsche bewegen sich nicht einmal von Brandenburg nach Bayern, obwohl es dort Stellen für Fachkräfte Schutz und Sicherheit gäbe.
    Die Erklärung warum alle nach Deutschland wollen (was ich im übrigen nicht gutheiße) gibst Du Dir selbst - weil es nämlich entsprechende Anreize gibt. Der Unterschied zu vielen Deutschen ist eben, das sich viele Deutsche nicht einmal dann bewegen, wenn es diese Anreize in Form von gut bezahlten Stellen gibt.
    Wir sind in Deutschland und eigentlich in ganz Mitteleuropa auf dem besten Weg eine alte müde Gesellschaft zu werden, die wahrscheinlich in wenigen Jahrzehnte von jungen dynamischen Gesellschaften überrannt werden wird.

    Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
    Konfuzius

  • Diese Unflexibilität beruht aber durchaus auf Gegenseitigkeit. Es gibt genug Firmen die nur exakt das Einstellen, was sie ausgeschrieben haben und keinen mm abweichen. Da wird schon mal ein Bürokaufmann ausgeschrieben, ein Industriekaufmann bewirbt sich und prompt abgelehnt wegen angeblicher Überqualifizierung. Dann bleiben die Stellen lieber ein Jahr lang unbesetzt, als das man leicht nach links oder rechts schielt.

  • Natürlich ist das ernstgemeint. Deutsche bewegen sich nicht einmal von Brandenburg nach Bayern, obwohl es dort Stellen für Fachkräfte Schutz und Sicherheit gäbe.
    Die Erklärung warum alle nach Deutschland wollen (was ich im übrigen nicht gutheiße) gibst Du Dir selbst - weil es nämlich entsprechende Anreize gibt. Der Unterschied zu vielen Deutschen ist eben, das sich viele Deutsche nicht einmal dann bewegen, wenn es diese Anreize in Form von gut bezahlten Stellen gibt.
    Wir sind in Deutschland und eigentlich in ganz Mitteleuropa auf dem besten Weg eine alte müde Gesellschaft zu werden, die wahrscheinlich in wenigen Jahrzehnte von jungen dynamischen Gesellschaften überrannt werden wird.

    Hallo Nemere.

    Ich lebe in Berlin und hier gibt es sehr viele Menschen, die nicht in Berlin geboren wurden. Das zeigt, dass Deutsche durchaus den Wohnort wechseln. Auch die Landflucht kann hier als Gegenargument angeführt werden, in Brandenburg sind viele Dörfer entvölkert, bzw. nur die alten leben noch dort.

    Selbst ich, als gebürtiger Berliner, habe vielen Freunde aus Jugendtagen Adieu sagen müssen.

    Deutsche sind nicht per se unbeweglich. Es muss sich nur lohnen und die richtigen Umstände dafür stimmen.

    Und wie gesagt, FKSS verdienen nun nicht die Welt, also lohnt es sich nicht. Zumal die Besonderheiten in unserem Gewerbe definitiv kein sicheres Standbein ermöglichen.

    Auschreibung verlieren, in anderes Objekt versetzt werden, Geschäftsführer verliert die gewerberechtlichen Erfordernisse. Niemand zieht für ein prekären Job in ein anderes Bundesland. Und prekäre Stellen gibt es in unserem Gewerbe zu Hauf.

    Das wär vielleicht anders wenn wir keine Zeitarbeiter wären, sondern in Direktanstellung.


    Und bitte nimm mir das nicht krumm, aber ich finde dass du ein bisschen überheblich rüberkommst.

    Ich missgönne dir deine Stelle nicht, ich finds nur deplatziert, dass du von deinen Turm auf andere zeigst, ohne die Gegebenheiten zu berücksichtigen und zu hinterfragen. Es würde sich lohnen!

  • ich finds nur deplatziert, dass du von deinen Turm auf andere zeigst, ohne die Gegebenheiten zu berücksichtigen und zu hinterfragen. Es würde sich lohnen!


    1. Wieso zeige ich von meinem Turm auf andere? Ich habe Sachverhalte geschildert, die sicherlich unbequem sind, Leider weigern sich noch zu viele. diese Entwicklung zur Kenntnis zur nehmen und klammern sich weiter an ihrer Illusion von der Insel der Seligen fest.

    2. Ich wiederhole gerne noch einmal: Wenn jemand meint, er müsse als ausgebildete Fachkraft für Schutz und Sicherheit für das Gehalt des Mitarbeiters mit der Unterrichtung irgendwo in der Provinz arbeiten, dann kann er das gerne tun. Aber dann muss endlich Schluß sein, mit dem ständigen Gejammere und Geheule, das es keine Stellen für Fahkräfte gibt. Siehe Zitat Baldrian: "Meiner Wahrnehmung nach haben wir leider immer noch zu viele Fachkräfte auf dem Markt, welche Sachkundetarif bekommen."

    3. Ich bin nun über 40 Jahre im Sicherheitsbereich und verwandten Gebieten tätig. Dabei bin ich weit in der Republik herumgekommen, einschließlich einiger mehrmonatiger Auslandsaufenthalte. Es hat sich gelohnt, sowohl finanziell wie auch im Gewinnen von Erfahrungen.

    Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben.
    Konfuzius

  • Danke für deine Antwort.

    Das private Bewachungsgewerbe ist per Definition ein atypisches Beschäftigungsverhältnis, weil Arbeitnehmerüberlassung, und damit ein prekäres Arbeitsverhältnis. Dafür zieht niemand um und das finde ich nachvollziehbar.


    Jeder hat so seinen Lebensentwurf, ich würde nicht aus der Hauptstadt aufs Dorf ziehen, schon garnicht nach Bayern.

    Hatte ich schonmal, mit 16 Jahren für ne Kochausbildung im Allgäu. War keine schöne Erfahrung.


    Ich zieh mich zurück, es wurde von meiner Seite alles gesagt.

  • Das Nemere etwas anspricht, dass nicht wirklich vielen Usern gefällt, liegt eben daran,

    dass die Wahrheit oftmals nicht angenehm ist.

    Ich habe in diesem Bezug schon mehrere Beitrage geschrieben und muss Nemere recht geben.


    Ohne Flexibilität bekomme ich heute keine Möglichkeit, gut dotierte Stellen anzutreten.

    Weiterbildungen sind essenziell für eine höhere Bezahlung und Position im Unternehmen.

    Unterschiedliche Stellenprofile helfen dabei, Erfahrungen zu sammeln.


    Und nun kommt der angesprochene Punkt der heutigen Thematik Arbeit 4.0.


    Durch Modernisierungen der Infrastrukturen und die Reduzierung von Arbeitskräften, werden sich die Anforderungen an die Sicherheitsarchitektur verändern.

    Viele Menschen in Deutschland werden in den nächsten 10-15 Jahren den Arbeitsplatz verlieren, wenn sie sich nicht darauf einstellen.


    Ein SMA, der sich entwickeln möchte, beruflich wie auch monetär, ist grundsätzlich gezwungen,

    verschiedene Stationen zu durchlaufen bzw. verschiedene berufliche Bereiche zu absolvieren,

    um mit dieser Erfahrung für einen AG interessant zu sein bzw. die Anforderungen des AG tatsächlich zu erfüllen.


    Möchte ich, wie z.b. Nemere , ein gutes bis sehr gutes, außertarifliches Gehalt beziehen,

    bin ich mit einer Sachkundeprüfung oder einer Ausbildung zur Fachkraft nicht wirklich in der Liga, die erforderlich ist,

    um das Andorderungsprofil zu erfüllen.

    Für die direkte Einstellung in einem Unternehmen sind jede Menge Anforderungen gegeben.


    Zusammenfassend kann man sagen, dass die Zukunft anspruchsvoller und anstrengender wird, wie es heute der Fall ist.

    Menschen müssen sich auf eine neue berufliche Situation einstellen, die jede Menge abverlangen wird.

    Weiterbildungen und Netzwerken sind ein essenzieller Bestandteil, um für die Zukunft gewappnet zu sein.


    Fragen zu Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten? Ich stehe gerne zur Verfügung.


    Gruß 2m02cm-Mann



    Ich glaube fest daran, dass die schönste Stunde eines jeden Mannes - die erfüllung all seiner Sehnsüchte... der Augenblick ist wenn er sich für eine Gute Sache ganz verausgabt hat und erschöpft auf dem Schlachtfeld liegt - als Sieger.
    Vince Lombardi (1913-1970)

  • Und nebenbei zu erwähnen bleibt auch, dass durch die ARGE und JC zumutbare Arbeit angenommen werden muss. Es verhält sich also nicht grad so, dass man sich den Job aussuchen könnte. Sicher, wenn man unter Vertrag ist, kann man sich umsehen und Bewerbungen schreiben. Manche machen dass auch, aber letzendlich siegt doch häufig die Bequemlichkeit des Bekannten. Da ist jeder für sich in der Verantwortung, da hast du schon recht.

    Ähnliches droht mir 2021 auch, wenn ich mit meiner Weiterbildung zur Fachkraft fertig bin. Habe dann noch 1 Monat bei der Arbeitsagentur, dann geht´s zum JC.


    Glücklicherweise bekomme ich auch eine "kleine Zusatzausbildung im klugscheißen". ^^

    Konkret meine ich die DGUV, mit ihren Vorschriften und Regeln.

    Somit habe ich mich im Auftrag des JC´s beworben, doch welcher AG will schon einen Klugscheißer...


    Allerdings will ich der Arbeitsagentur & dem JC zuvorkommen und mir einen Vermittlungsgutschein holen, damit ich mich auch dort bewerben kann wo ich wirklich arbeiten will und nicht dort wo ich dann vielleicht nur 10 - 11 € bekomme. Ich habe zwar bereits einen AG wo die MA´s sagten "das ist dein halber Arbeitsvertrag", als sie meine Feuerwehrausbildung sahen, doch solang ich keinen Vertrag auf Papier habe...

    Diesen Bewerbungszwang vom JC sehe ich generell kritisch. Es bringt aus meiner Sicht absolut nichts die Leute in einen Job zu zwingen, da auch eine Person ausreichen kann um den Betriebsfrieden zu stören. Da kann man Berg auf / Berg ab drüber diskutieren.


    Aber grundsätzlich würde ich mir wünschen dass langfristig die Sachkundequalifikationen und Unterrichtungsqualifikationen abgeschafft werden und die GSSK, oder eine vergleichbare QUalifikation, als Mindestqualifikation genommen wird.

    Laut einem meiner Dozenten wird man die SKP nicht so einfach abschaffen können.

    Generell bin ich da aber bei dir. Ich meine jupp war auch schon dieser Ansicht.


    Die Ausbildungsinhalte der SKP sind einfach unzureichend...


    Das private Bewachungsgewerbe ist per Definition ein atypisches Beschäftigungsverhältnis, weil Arbeitnehmerüberlassung, und damit ein prekäres Arbeitsverhältnis. Dafür zieht niemand um und das finde ich nachvollziehbar.

    Dem muss ich etwas widersprechen. ;-)

    In meinem Vertrag mit der Arbeitsagentur ist dies sogar vereinbart. Für mich gibt es in der Gegend nur ein Arbeitgeber der in Betracht kommt. Falls nicht, dann geht´s weg. kann NRW sein. Auch Hamburg oder Berlin sind nicht ausgeschlossen.


    Da mein Interesse beim Werkschutz liegt und es in meiner Gegend nur 1 solches Objekt gibt, ist die Chance auf einen Umzug durchaus hoch.

    Wichtig sind für mich die Aufgaben und die Bezahlung. Natürlich sollte auch das Verhältnis zu den Kollegen und dem Chef positiv verlaufen.

  • Was sind Unterrichtung und Sachkunde? Richtig, Einstiegsqualifikation auf Basis einer gesetzlichen Regelung um gering qualifiziert Hilfsarbeiten ausführen zu dürfen.... Man könnte es auch positiv sehen und sagen, das ist mehr als die anderen Branchen haben..


    Von der Unterrichtung halte ich in der Tat nichts.... aber die Sachkunde ist grundsätzlich ok, solange es auch um Hilfsarbeiten geht.

  • Hallo,


    sowohl Nemere als auch der 2,02 Meter Mann , wovon träumt ihr eigentlich des Nachts ??


    Ich habe es schon weiter oben gesagt, in unserem Gewerbe sind höher dotierte Arbeitsplätze selten.Was nützt es dir, das du in einem Bundesland zum B. als FSK 15 € bekommst,wenn davon nur 200 Stellen zur Verfügung sind ?


    Die Masse der rund 500.000 Arbeitsplätze in unserem Gewerbe sind zur niedrigsten Lohnstufe von 10 € pro Stunde bei Vollzeitkräften.

    Das heisst für einen verheirateten Mann ergibt das einen Nettolohn von gerade mal 1.800 € , das reicht mal gerade so zum Leben.

    Aber nicht zum B. in Bayern in den großen Städten.Von daher stellt sich mangels Geldes für die meisten nämlich die Frage nach "Umziehen" in andere Bundesländer gar nicht erst.



    Und Speziell jetzt für 2,02Meter Mann

    Du sabbelst wie ein Politiker.....unterschlägst aber genau wie diese, das sie ja selber konsequent am Stellenabbau arbeiten !!

    Arbeit 4.0 ist Arbeitslosigkeit 4.0

    Denn woher sollen Arbeitsplätze kommen, wenn man im großen Stil Arbeitsplätze vernichtet ?? X(

    Ich sage nur

    -Einstellung des Kohleberg-und Tagebaues in Deutschland


    Dabei geht es ja nicht nur um die direkten Arbeitsplätze, die verloren gehen.....am Bergbau "hängen " ja auch noch jede Menge anderer Betriebe mit dran.


    Das nächste was ansteht, ist die Automobilindustrie......die Entlassung von 6.000 Leuten bie VW in dne nächsten jahren trifft ja auch weit mehr als nur diese,denn auch dort hämngen ja immer auch andere Betriebe mit dran.