Sperre durch Ordnungsamt!?

  • Guten Abend, liebe Gemeinde.
    Ich (Sicherheitsdienstmitarbeiter im Flüchtlingsheim) möchte gerne etwas los werden und nach Rat suchen.
    Ich bin in einer renommierten Firma tätig und sehr glücklich.
    Ich befand mich zuletzt im Urlaub und erhielt keinen Dienstplan, was ich selber nicht komisch fand, da ja der Dienstplan sich etwas verspäten kann. Auf Nachfrage, wo denn mein Dienstplan sei, bekam ich mit, dass ich eine Sperre erhalten hab. Mir wurde nichts weiter gesagt. Ich stand also mit 0 an Informationen da. Ich hatte dann meinen letzten Arbeitstag (erttmal). Es wurde mir erklärt, dass die Sperre durch das Ordnungsamt kam. Ich habe mich total gefreut, weil es eigentlich sich leichter angehört hat. Ich habe mich dann durch telefoniert und jemanden erreicht. Problem erklärt und gefragt was, wieso und warum. Zitat: "Wir haben keine Informationen über sie und auch gar nichts vorliegen. Wir wollten sie trotzdem prüfen." Auf Nachfrage, wie lange das denn dauern könnte, kam stets unhöflich die Antwort "dies kann Wochen, Monate oder Jahre dauern. Ich habe hier Fälle, die mittlerweile über Jahre dauern." Ich wies darauf hin, dass ich Fixkosten habe - Familie etc. Die Frau meinte jediglich, dass das nicht ihr Problem sei und ich abwarten soll. Ich stehe jetzt hier ohne irgendwas zu wissen, was sagt die Firma, wie geht es weiter oder was kann ich tun? Hat jemand das schon erlebt oder weiß was man machen kann?

  • Du hast einen Arbeitsvertrag mit Deiner Firma. Nicht mit dem Ordnungsamt. Demnach kommt auch das Geld von Deiner Firma.
    Die Überprüfung durch das Ordnungsamt muss eigentlich erfolgen, bevor Du als Sicherheitsmitarbeiter eingesetzt wirst. Dies liegt im Verantwortungsbereich der Firma. Wenn diese das versäumt, ist das nicht Dein Problem.


    Biete (am besten schriftlich) Deine Arbeitskraft an. Dann hast Du auch Anspruch auf Gehalt. Wie und wofür Deine Firma Dich in der Übergangszeit einsetzt, ist grundsätzlich erst einmal ihr Problem, nicht Deins. Du musst im dümmsten Fall halt vorübergehend Sachen machen, die nicht unbedingt Deiner ursprünglichen Stellenbeschreibung entsprechen. Der Weg bis zu einer betriebsbedingten Kündigung ist für den Arbeitgeber lang und steinig, insbesondere wenn das Verschulden bzw. Versäumnis auf seiner Seite liegt...

  • Hallo Geflow,


    Da hast du jetzt leider das Los der späten Geburten gezogen....:-(
    iSeit dem 01.Januar 2019 müssen nämlich die Ordnunsgbehörden alle 5 Jahre die Zuverlässigkeit von AN (und auch von den Chefs ) im Bewachungsgewerbe überprüfen.
    Besonders bei Flüchtlingsunterkünften müssen dazu auch andere Behörden wie der Verfassunsgschutz um Auskünfte ersucht werden, was wirklich lange dauern kann.
    Das kann aber nicht auf deinen Schultern ausgetragen werden,spreche also zu allererst mit deinem AG,ob er dort nicht vorstellig werden kann.
    Außerdem muss er dich solange woanders beschäftigen.


    Falls das nicht hilft , gehe zur Gewerkschaft

  • Geh zu einem Anwalt und lass dich beraten, solange dir kein Fehlverhalten vorgeworfen werden kann und du ja willig bist zu arbeiten muss der AG die die vereinbarten Arbeitsstunden bezahlen ob du jetzt eingesetzt wirst oder nicht.

  • Als Unternehmer würde ich hier evtl. gegen die Behörde vor Gericht ziehen, wenn es möglich ist. Je nachdem was der Anwalt empfiehlt.


    Falls du nicht woanders eingesetzt werden kannst, frage ich mich ob du nicht auch deswegen gekündigt werden kannst. "Betriebsbedingte Kündigung". Damit wird der Schaden wieder auf dich abgewälzt.

  • Man kann sagen, dass ich kurz vor der Kündigung stehe. Das Ordnungsamt weigert sich mir irgendeine Auskunft zu geben, geschweige denn mich einzuladen. Man hört nur am Telefon "sie brauchen nicht zehntausend Mal anrufen." Echt unverschämt und ekelhaft zugleich! Ich stehe jetzt da und soll Empfangsdienst machen. Der Springer für kranke soll ich sein, d.h in jeder Stadt antanzen für 11 Euro oder weniger, was ich nicht ein sehe, denn die Firma hat meine Unterlagen zu spät eingereicht. Ich war bestimmt nicht schuld dran, da sogar die Dame doch noch sagte, dass das eine gesetzliche normale Prüfung sei. Ich muss hier aber sagen, dass ich mich in der Probezeit beim neuen Unternehmen befinde, daher wäre eine Kündigung sehr einfach, aber unverschämt von der Firma. Die wollen ja gar nicht einsehen, dass das ihr Fehler war. Also wirklich so was habe ich in all meiner Berufszeit und in anderen Berufen niemals erlebt. Man steht mit genau 0 da. Keine Auskunft und bloß nicht anrufen, laut Aussage würde es ja stören. Aber werde Morgen nochmal anrufen und ggf. eine Beschwerde gegen die Dame einlege, weil ich mir diesen Ton einfach nicht bieten lassen will! Ich bin ja sowieso an dieser Stelle angekommen, wo ich selber schon sage - kündige einfach und gut ist. Hat jemand so gleiche Erfahrungen mitgemacht? Direkt Rechtsanwalt beziehen oder doch erstmal warten?

  • Ich würde dir raten direkt einen Rechtsanwalt hinzuziehen. Wobei ich sagen muss, dass ein Gericht die Springer und Empfangsdienste vmtl. als zumutbar erachten wird und dein Arbeitgeber dich ja weiterbeschäftigt. Daher viel Erfolg bei deinem weiteren Weg!


    Ich würde aber evtl prüfen lassen ob das Ordnungsamt nicht per einstweiliger Verfügung mit aufschiebender WIrkung dazu gebracht werden kann dich freizugeben bis Gründe dafür gefunden werden dir die Zuverlässigkeit zu entziehen.


    Und ich würde dir raten direkt zu deinem Gewerbeamt zu fahren und dort vorstellig zu werden, am besten in Begleitung eines Anwalts.


    Salute

  • Schließe mich der Ausführung an.


    Nebenbei: Nicht selbst kündigen! Wenn du selber kündigst, bekommst du eine Sperre von der Arbeitsagentur / dem Jobcenter. Wenn, dann lass dich kündigen. Allerdings macht es mehr Sinn mit einem Anwalt zu sprechen was man hier tun kann.

  • Wenn du dir alles aufgeschrieben hast:
    - mit wem und wann telefoniert
    - Gesprächsinhalte
    - Fragen und Antworten
    wäre das sehr hilfreich.
    Mit dem "Geschütz" kannst du als letzte Massnahme einen persönlichen Brief an den Bürgermeister / Oberbürgermeister der Kommune / der Stadt schreiben, deine Situation schildern, und dich über die Dame / den Sachbearbeiter vom Ordnungsamt beschweren.
    Leider wird das jedoch die Überprüfung nicht beschleunigen!

  • Ich habe jetzt mit jedem telefoniert. Es liegt kein Verfahren vor.. Das Ordnungsamt aber sagt, dass es ein Verfahren gibt, dass nicht abgeschlossen wurde. Ich habe mir jetzt von allen eine Bestätigung holen lassen und möchte ggf. das beim Ordnungsamt vorlegen. Die jeweiligen Gerichte/Staatsanwälte sagen, ich solle doch ein Aktenzeichen vom Ordnungsamt verlangen, um so zu gucken, wo und wie was läuft. Meine Frage wäre müssen die mir ein Aktenzeichen geben? Auf jeden Fall will ich bei dem Arbeitgeber keineswegs mehr bleiben. Mir lediglich ist es nur wichtig die Freigabe wieder zu bekommen. Aber leider schalten die auf stumm. Vorstellung war jetzt nochmal anrufen und jenes und dann eine Beschwerde zu verfassen, sowie einen Rechtsanwalt auffinden der mir dabei hilft. Wie gehe ich denn bei der Rechtsbeugung per einstweilige Verfügung vor?

  • Warst du inzwischen Beim Rechtsanwalt?


    Hier ein paar Infos zur einstweiligen Verfügung: https://legal-patent.com/abmah…erfuegung-ein-ueberblick/


    Ob man die Dame wegen Rechtsbeugung dran kriegen kann, ist zumindest mal fragwürdig und sollte am besten ein Richter klären. Rechtsbeugung kommt eigentlich in betracht, wenn Richter wissentlich falsche Urteile sprechen, oder MA in der Bußgeldstelle z.B. Akten verschwinden lassen. Es muss also vorsätzlich für dich / gegen dich entschieden werden, obwohl die Entscheidung falsch ist.