Ist der IS eine ernsthafte Bedrohung für west-europäische Staaten?

  • Guten Morgen,


    jetzt etwas Klartext:

    • Den Taliban wurde 9/11 niemals in die Schuhe geschoben. Sie haben bin Laden auf Grund familiärer Verpflichtungen Gastfreundschaft gewährt und in AFG gab es erhebliche Infrastrukturen zur Ausbildung von Terroristen.
    • Die Amerikaner haben die Taliban weder erschaffen noch unterstützt. Sie haben die Mujaheddin im Kampf gegen die Sowjet unterstützt (über Pakistan). Die Sowjets sind 1989 abgezogen, die Taliban erschienen erstmalig 1995 im Raum Kandahar.
    • So, so: Zitat “Die Taliban waren bestimmt keine Engel, aber ein Stabilitätsfaktor“. Was ein Bullshit! Ich habe mehrfach meine ganz persönlichen, sehr intensiven Erfahrungen mit den Taliban machen dürfen. Bei so einer Verniedlichung kann ich nur noch den Kopf schütteln. Im Übrigen: Leute die einen siebenjährigen und seine Großmutter wegen Spionage aufknüpfen oder die einem 14 jährigen die Kehle durchschneiden, und, und, und sind in meinen Augen keine Stabilitätsfaktoren.

    Bei Hussein und Assad stellt sich die Lage tatsächlich etwas differenzierter dar.

    Mit allerbesten Grüßen aus Ostholstein


    Dipl.-Päd. Thomas Preuß, M.A.
    (Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit)
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  • Ich empfehle zur Afghanistan-Thematik das Buch "Unter Beschuss, warum Deutschland in Afghanistan scheitert".


    Derartige Lagen sind nie allein militärisch zu lösen. Der äußerst geringe Bildungsstand in Afrika und Asien sind Faktoren, die den Islamisten in die Hände spielen. Dazu kommt dann noch eine gehörige Portion Schizophrenie, auch Religion genannt, und schon ist das Worst-Case-Szenario eingetreten, dass religiöse Fanatiker immer mehr Zulauf bekommen. Ist der Mensch ungebildet und dazu auch noch arm, dann ist Religion die einzige Ausflucht der Menschen.


    Wie könnte man die Länder nachhaltig stabilisieren?


    Mit dem Bau von Schulen ist es da leider nicht getan. Wir brauchen einfach mehr Menschen mit hohem Bildungsgrad, die die Menschen in diesen Ländern ausbilden. Nicht an Waffen, sondern in der Allgemeinbildung. Die Menschen dort unten müssen lernen, wie sie ihr Leben bestmöglich auf die Reihe bekommen, so dass sie nicht arm sind und einen hohen sozialen Stand erhalten. Es muss Industrie und Wirtschaft etabliert werden, die das Land an sich versorgen kann und dann mittels Exporten Gewinne abwirft.


    90% der weltweit angebauten Opiate stammen zum Beispiel aus Afghanistan. Wir sollten dort nicht dafür sorgen, dass den Leuten ihre Mohnfelder gewaltsam genommen werden, sondern wir müssen sie dazu bringen, Güter anzubauen, die bessere Erträge erwirtschaften. Es ist ein unglücklicher Fakt, dass Opiate derart gesundheitsschädlich sind, dass sie in beinahe allen Ländern nur auf dem Schwarzmarkt zu bekommen sind. Dadurch werden sie seltener und somit steigen die Preise. Diesen Kampf können wir also nicht führen.


    Im oben genannten Buch wird dargelegt, dass man den Menschen dort unten nur die Mittel zur Verfügung stellen muss, die Leute machen dann was draus. Zum Beispiel wurden mehreren Familien Hühner geschenkt. Das hat schon gereicht.


    Um zur Anfangsfrage zurück zu kommen, muss man leider einen weiten Bogen fahren.


    Deutschland ist ein Einwanderungsland. Kann man gut finden, muss man aber nicht. Unsere heute sehr linksgerichtete Politik sieht in Einwanderung eine tolle Vielfalt und Kulturbereicherung. Leider ist es so, dass die Kultur im nahen und mittleren Osten aufgrund mangelnder Bildung eher physisch orientiert ist. Konflikte werden mit Gewalt ausgetragen. Im Gegensatz dazu stehen die hervorragend gebildeten Deutschen, die Konflikte im großen und ganzen lieber mit Worten lösen, statt mit Gewalt. Das schafft allerdings ein Klima der Trennung. Heinz Buschkowskis Buch "Neukölln ist überall" beschreibt die gleiche Situation in anderen Europäischen Städten ganz gut mit "weißen" und "schwarzen" Vierteln. Damit ist keineswegs die Hautfarbe gemeint, sondern eher die Zusammensetzung der dortigen Bevölkerung. Viertel wie Tottenham sind zum Beispiel typische Einwandererviertel. Hier leben hauptsächlich Menschen aus Nah- und Fernost. Der Bildungsstand ist niedrig, eine entsprechend hohe Arbeitslosigkeit herrscht dort. Das ist der perfekte Nährboden für Fanatismus. Während die "weißen" Viertel vor Wirtschaftskraft und Tatendrang und Reichtum nur so strotzen, müssen die Menschen aus den "schwarzen" Vierteln dabei zusehen.


    Im großen und ganzen kann man den Islam als eine Religion hinter der Zeit verstehen. Während sich selbst die katholische Kirche mittlerweile für Verhütung ausspricht, ist an sowas bei Muslimen nicht zu denken. Nun ist es aber so, dass wir unsere Religion nicht danach auswählen, welche uns am ehesten zusagt, sondern wir sind Herdentiere und schwimmen somit mit dem Strom. Ist mein Bekanntenkreis islamischen Glaubens, werde ich auch Muslim. Da auch hierzulande eine Ghettoisierung stattgefunden hat und die Einwanderer somit zum großen Teil unter sich bleiben, ist es nicht verwunderlich, dass sie ihre Religion weiter geben. Der junge türkische oder arabische Einwanderer hat somit gar keine Chance, eine andere Religion zu wählen. Nun ist der junge Muslim also religiös und bleibt in seinem Umfeld. Es wächst die Armut und mit der Bildung steht es auch nicht so toll, das schafft Frust. Hier setzen die Extremisten an. Sie werben damit, dass es einem besser geht, wenn man sich ihnen anschließt. Große Gemeinschaft, Beschäftigung und Geld sind hier Faktoren, die immer wieder gern genannt werden. Haben sich die Muslime erstmal radikalisiert, und hier gibt es große Parallelen zu jedem Extremismus, ist es ganz leicht, sie dazu zu bringen, Taten zu vollziehen.


    Im Endeffekt kann man also sagen: Der IS ist eine große Gefahr für Deutschland. Er rekrutiert hier seine Anhänger, die für ihn kämpfen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Kämpfer nach ihrem Einsatz im Ausland auch hier weiter machen möchten. Das Problem lässt sich leider auch nicht mit milden Mitteln lösen. Gespräche oder Drohungen helfen hier nicht. Die Politik mag gebetsmühlenartig wiederholen, dass MultiKulti ganz toll ist, aber die Leute bringen eine Kultur mit, die ihn ihren Ländern dafür sorgten, dass sie nach Deutschland kommen mussten und leben diese hier weiter. Die einzig effektive Lösung, die ich hier sehe, kann eine deutliche Verschärfung des Einwanderungsrechts zu vollziehen.


    Schauen wir uns das System in den meisten Ländern der Welt an:


    Australien:
    - gefragter Beruf oder
    - Familienmitglieder oder
    - Investieren von Geld zur Schaffung von Arbeitsplätzen
    - Englisch sprechend


    Kanada:
    - Skilled worker
    - Familie bedingt (mit Probezeit)
    - Unternehmensgründung (Investor benötigt)


    USA:
    - Schulabschluss oder Berufsausbildung und
    - Einwandfreies Führungszeugnis und
    - Gesundheitsbescheinigungund
    - Startkapital oder Arbeitsplatz oder
    - Familie mit US-Staatsangehörigkeit


    In Deutschland sind diese Bedingungen derart schwammig formuliert, dass beinahe Jedermann zu uns kommen kann und eine Aufenthaltserlaubnis bekommt. Am sympathischten wäre mir ein Einwanderungssystem der Australier. Und ganz wichtig: Konsequenz! So und nicht anders lassen sich die Probleme lösen, ohne großen Schaden anzurichten. Wenn das umgesetzt wird, muss sich damit befasst werden, die Ghettoisierung zu stoppen. Wenn natürlich alle Menschen einer Ethnie weiter zusammen leben, werden wir diese Problematiken niemals lösen und leben in der ständigen Gefahr eines Anschlages.

  • Es wurde schon angesprochen: Die Länder in denen gerade ein Bürgerkrieg, Aufstand oder Umbrüche stattfinden wurden oder werden noch von Diktatoren regiert die keine Hemmungen haben gegen das eigene Volk vorzugehen zum Zwecke des eigenen Machterhalts.


    Ägypten, Lybien, Syrien. Ist es nicht so, dass dort das eigene Volk oder große Teile davon diese Regime weghaben wollten bzw. immer noch weghaben wollen? Alle 3 Länder sind in einer Umbruchphase, in Syrien ist noch kein Ende in Sicht.


    Damit meine ich den sog. "arabischen Frühling". Hat diese Entwicklung dem IS Auftrieb gegeben?

  • Mit allerbesten Grüßen aus Ostholstein


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  • Im Endeffekt kann man also sagen: Der IS ist eine große Gefahr für Deutschland. Er rekrutiert hier seine Anhänger, die für ihn kämpfen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Kämpfer nach ihrem Einsatz im Ausland auch hier weiter machen möchten. Das Problem lässt sich leider auch nicht mit milden Mitteln lösen. Gespräche oder Drohungen helfen hier nicht. Die Politik mag gebetsmühlenartig wiederholen, dass MultiKulti ganz toll ist, aber die Leute bringen eine Kultur mit, die ihn ihren Ländern dafür sorgten, dass sie nach Deutschland kommen mussten und leben diese hier weiter. Die einzig effektive Lösung, die ich hier sehe, kann eine deutliche Verschärfung des Einwanderungsrechts zu vollziehen.


    In Deutschland sind diese Bedingungen derart schwammig formuliert, dass beinahe Jedermann zu uns kommen kann und eine Aufenthaltserlaubnis bekommt. Am sympathischten wäre mir ein Einwanderungssystem der Australier. Und ganz wichtig: Konsequenz! So und nicht anders lassen sich die Probleme lösen, ohne großen Schaden anzurichten. Wenn das umgesetzt wird, muss sich damit befasst werden, die Ghettoisierung zu stoppen. Wenn natürlich alle Menschen einer Ethnie weiter zusammen leben, werden wir diese Problematiken niemals lösen und leben in der ständigen Gefahr eines Anschlages.


    Der Verfassungsschutz hat die Dimension der Bedrohung schon erkannt. Was aber bisher an Maßnahmen kam wirkt eher hilflos. Solche Aktionen wie im verlinkten Artikel betrachte ich eher als Ad-Hoc Maßnahme die keine Gesamtstrategie erkennen lässt.
    "Islamischer Staat": De Maizière will Islamisten Personalausweis entziehen | ZEIT ONLINE

  • Antithesen zum Klartext von @tmpsec


    Zu 1.
    "...In einer höchst symbolischen Entscheidung wies Richter George Daniels von einem Bundesgericht in Manhattan Iran, die schiitische libanesische Hisbollah-Miliz, das Terrornetzwerk al-Qaida und die radikalislamischen Taliban in Afghanistan an, 6,048 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) Entschädigung zu zahlen...Daniels schloss sich einem New Yorker Bezirksgericht an, das im vergangenen Dezember Iran und diesen Gruppen die Schuld an den Anschlägen gegeben hatte"


    9/11: US-Bundesrichter ordnet Entschädigung der Opfer durch Iran an - SPIEGEL ONLINE


    Zu 2.
    "...Im Januar 1995, der Krieg ist in vollem Gange, treten die ersten größeren Gruppen von Taliban-Kämpfern in Erscheinung: Sie sind eine Schöpfung des pakistanischen Geheimdienstes und werden vermutlich von der CIA und Saudi-Arabien finanziert. Es wird sogar behauptet, dass Unocal zusammen mit dem saudischen Partner Delta Oil beim "Einkauf" örtlicher Kommandanten eine große Rolle gespielt habe.(5) Die Sicherung Afghanistans ist offenkundig die einzige Funktion dieser Kämpfer."


    Le Monde diplomatique, deutsche Ausgabe


    Zu 3.
    Keinesfalls war es meine Intention das Talibanregime für gut zu befinden. Im Gegenteil. Es ist nur offensichtlich, dass Afghanistan nach der westlichen Invasion noch übler dran ist, als es zur Zeit der Taliban war. Diesen Umstand hier als Bullshit zu bezeichnen und auf die Gräueltaten der Taliban zu verweisen, aber die Folterungen, Vergewaltigungen und Misshandlungen der USA gegenüber Afghanen nicht zu erwähnen, ist zweitklassig.


    Deine Erfahrung in allen Ehren, allerdings du solltest beachten, dass du nicht der Einzigste auf diesem Planeten bist der Erfahrung mit Afghanistan gemacht hat. Noch heute, nach meiner Militärzeit, habe ich über Freunde, die ich seit dem Jugendalter kenne und deren Familien noch heute in Afghanistan leben, Kontakt zu Afghanistan.


    Wie sagte selbst Hamid Karzai:" 'I saw no good' with America's presence in Afghanistan"


    Hamid Karzai: 'I saw no good' with America's presence in Afghanistan - Telegraph

    In meiner physisch, soziologischen Konstellation manifestiert sich die absolute Dominanz positiver Impressionen meines Individiums

  • Das die Taliban ein Ziehkind der Amis ist... nicht wirklich neu.... das seine Riege früher teilweise durch CIA ausgebildet wurde, auch nicht wirklich neu...Afghanistan geht es seit den Amis schlechter? Sagt sogar Kazai? Einige (wenn auch weniger) Afghanen die ich kenne sehen das anders.... ebenso das Korruption in höchste Ebenen unter Kazai ein neues Kapitel erschaffen hat.

  • Zu 1) Bundesgericht sagt nicht viel aus, zumal es sich offensichtlich um eine Zivilklage handelte. Letztlich kenne ich den Vorgang aber zu wenig.


    Zu 2)

    und werden vermutlich von der CIA und Saudi-Arabien finanziert

    Da steht das Wörtchen vermutlich.


    Zu 3) Welche westliche Invasion? Was ist mit den Nicht-NATO-Staaten bei ISAF? Was ist mit der Resolution 1368 und 1386?
    Wo gab es

    Quote

    Folterungen, Vergewaltigungen und Misshandlungen der USA gegenüber Afghanen

    die nicht strafrechtlich verfolgt oder gar seitens ISAF oder der USA angeordnet wurden? Die Taliban mit den USA zu vergleichen ist schon extrem weit hergeholt. Daran ändert sich auch nichts dadurch, dass es Kriegsverbrechen einzelner Soldaten gegeben haz.

    Mit allerbesten Grüßen aus Ostholstein


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  • Ich muss die Diskussion jetzt erst einmal verlassen; antworte aber ggf. morgen.

    Mit allerbesten Grüßen aus Ostholstein


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  • Ich glaube wir kommen langsam von eigentlichen Topic weg. Weil: Taliban / Afghanistan / Pakistan (die da auch stark involviert sind) und der dortige Krieg an dem auch die Bundeswehr eingebunden war ist ein eigener Komplex. Der IS ist derzeit hauptsächlich im Irak und Syrien aktiv und hat dort staatsähnliche Strukturen aufgebaut bzw. versucht diese Strukturen durch Terror und Krieg zu etablieren.


    @flea ist mit seinem ausführlichen Beitrag auf die Eingangsfrage eingegangen.

  • Du kannst den Islamismus nicht regional sehen. Das ist wie mit den rechtsextremen Netzwerken, die sind international, aber jede Vereinigung in ihrem Gebiet. Zerschlägst du den IS, erstarken die Taliban wieder und andersrum. Dass der IS derzeit so stark ist, liegt daran, dass sie besonders von den schwachen Strukturen der kriegsgebeutelten Regionen Irak und Syrien profitieren.


    Um die Gefahr zu bannen bedarf es globaler Lösungen.

  • Das ist mir schon klar. Ich hatte nur den Eindruck dass wegen der Beteiligung der Bundeswehr sich der Focus jetzt auf den Afgahnistan Krieg lenkt.


    Involviert in die gesamte Materie sind da viele Staaten: Gestern kam in den Nachrichten dass der Mubarak und seine Brüder von einem ägyptischen Gericht freigesprochen worden sind. Daraufhin kam es zu neuen Ausschreitungen.


    Auch der Palestina-/Israel Konflikt gehört da auch dazu.

  • das ist ein hausgemachtes problem...nicht mehr und nicht weniger...70jahre frieden und das, alle sind gut geseier mit einer kuschel justitz haben ihr übriges getan... keine werte ,keine vorbilder...keine strafen und alle machen mit. helfen um der eigenen ich bin ja so etwas von gut sache sich seber zu bescheinigen...europa ist einfach zu satt...es giebt genug zu fressen und zu glotzen...ich hoffe nur mal auf einen totale stromausfall über monate!!! und schon wird die sache klar. es geht einfach nur ums überleben und den selbsterhalt...ich habe gesprochen.

  • OK, dann wieder zurück zum eigentlichen Thema. Ja, der IS stellt eine, auch akute Bedrohung, für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland dar. Dies nicht in dem Sinne, dass er uns kurzfristig militärisch gefährlich werden kann, aber durch Anschläge auf deutsche Interessen und Staatsbürger im In- und Ausland.Da sind zum einen Personen, welche aus den Kampfgebieten zurückkehren und über Fachkenntnis und Motivation zur Durchführung von Anschlägen verfügen.Zum anderen aber auch Einzelpersonen bzw. Kleinstgruppen, welche den Sicherheitsbehörden in diesem Zusammenhang noch nicht auffällig geworden sind. Diese sind demensprechend auch kaum zu überwachen.Das notwendige Know How zu Anschlagsplanung und - durchführung wird online über die entsprechende Magazine der Al Qa’ida (AQ), der Al Qa’ida der arabischen Halbinsel (AQAP), und des Islamischen Staates (IS) verbreitet, wobei alle drei in einem Propaganda- und Rekrutierungskampf um die Herrschaft in der djihadistischen Szene stehen und Propagandaerfolge benötigen.Zum Thema hier der Teil Bedrohung meines Webinars „Abwehr von Sprengstoffanschlägen“. In dem Video ist auch das besagte Thema angesprochen.

    Mit allerbesten Grüßen aus Ostholstein


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  • Zitat:
    Der Bremer Verfassungsschutz beobachtet den KuF schon seit seiner Gründung im Jahr 2007. Der Verein gilt als die zentrale Anlaufstelle für radikale Salafisten in Bremen. In den Räumen in Gröpelingen treffen sich regelmäßig bis zu 70 Mitglieder. Nach Radio-Bremen-Informationen sind bereits 15 Erwachsene aus dem Umfeld des KuF nach Syrien ausgereist, um dort den sogenannten "Islamischen Staat" (IS) zu unterstützen. Sie haben auch elf Kinder mitgenommen. Im März dieses Jahres protestierten die Eltern von zwei der Ausgereisten gegen den Verein. Sie machen ihn für die Radikalisierung ihrer Söhne verantwortlich.


    Quelle: Bremen verbietet Salafisten-Verein - Großrazzia in Gröpelingen - Radio Bremen

  • Was hier zunächst mit der Frage nach einer ernsthaften Bedrohung beleuchtet werden soll, muss einen sehr weiten Rückblick in die Geschichte der Menschen zulassen. Die Anstrengungen, die aus allen Epochen der Menschheitsgeschichte abzuleiten sind, umfassen im Wesentlichen immer das Verlangen nach „Menschlicher Sicherheit“. Die Liste der Bedrohungen Menschlicher Sicherheit ist lang, aber man kann sie in Kategorien gruppieren: ökonomische, gesundheitliche, persönliche, gemeinschaftliche, politische Sicherheit sowie Ernährungs- und Umweltsicherheit.


    Der „Islamische Staat“ „IS“ will offensichtlich die medinensische Periode der Prophetie und alles was in den Jahren davor und danach erfolgte, wieder beleben. Im Gegensatz zu den Jahren 600 bis 700, wo u.a. durch den Propheten „Mohammed“ der Koran erlassen und die erste Gemeinde (Medina) begründet wurde (Jahr 622) und nach und nach der Irak, Ägypten und Nordafrika erobert werden konnte, können heute die neuen Eroberungen der Gewaltakteure sich in erster Linie nur auf den Irak beschränken. Einerseits liegt das an der strategischen Bedeutung des Iraks und daran, dass die Erwartungshaltung der internationalen Öffentlichkeit bezogen auf die allgemeine Konfliktlösungskompetenz anderer Staaten, im arabischen Raum zu groß ist. Zwar kann man seit Jahren, besonders aber in Folge des Endes des Kalten Krieges eine Verschiebung der weltweit vorherrschenden Konfliktmuster – weg von zwischenstaatlichen Kriegen hin zu innerstaatlichen Konflikten – beobachten.


    Da aber äußert unterschiedliche Akteure in unübersichtlichen Konstellationen wirken, reicht das für den IS immer noch nicht aus, um die konkurrierenden Gruppen auf einen Nenner bringen zu können. Schwachstellen sind dabei sicherlich die Konflikte in den Ländern: Libyen, Syrien und Sudan. Aber auch andere Konfliktherde mit ihren Konfliktsystemen und systematischen Schwächen wie in Afghanistan oder dem Jemen charakterisieren die Dynamik unabdingbar.


    Andererseits wurde, weil die „Irak-Invasion“ durch die USA nicht zu Ende gedacht wurde zusätzlich Öl ins Feuer gegossen. Ich meine vorwiegend die Tatsache, dass die USA den Fehler begangen hat, die damalige „Baath-Partei“ verbieten zu lassen und somit, die politischen Akteure ins Abseits getrieben wurden.


    Diese Akteure finden sich heute in den Strukturen des „IS“ wieder! Wenn man das macht, hätte man wissen müssen, dass sich solche Strukturen erhalten und irgendwann wieder zurückkommen.


    Ungeachtet dieser Schwerpunkte gibt es übergreifende Themen, die das Sicherheitsniveau in den hier sog. „Westeuropäischen Staaten“, insbesondere für den Einzelnen in den meisten westeuropäischen Staaten beeinflussen. Aus meiner Sicht möchte der „IS“ zunächst Angst verbreiten indem man vorgibt, brutale Übergriffe oder Anschläge vorzubereiten. Die kleinen Randgruppen des „IS“ werden diesbezüglich nicht zurückhaltend sein und im unterschiedlichen Maße solche Anschläge auch durchführen. Aber sie führen auch andere Anschläge auf die Demokratie durch: Wir können gegenwärtig schon beobachten, wie „Rechtsradikale“ sich zu „Anti-Islam-Demos“ begeben und dem „IS“ damit nur in die Karten spielen.


    Der „IS“ hat also nicht Anschläge unmittelbar als Strategie, sondern es sind besondere Anstrengungen die durch die zur Verfügung stehenden Ressourcen und Fertigkeiten auch umgesetzt werden können. Die Priorität oder das Ziel des „IS“ liegt aber zunächst im Aufbau des Staates und darin, die Streitkräfte, die traditionell eine dominante Rolle im politischen Leben spielen, deutlich auszubauen.


    Fortschritte erzielt man jeden Tag und Kapital ist ebenfalls in großem Maße vorhanden. Auf die betroffenen Staaten mit ihren Menschen werden große Schwierigkeiten und Herausforderungen zukommen!

    Freundliche Grüße


    Moderator Doph_Zügota



    Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.


    Thales von Milet (um 625 - 545 v. Chr.), griechischer Philosoph und Mathematiker, einer der Sieben Weisen